Archiv der Kategorie ‘W’rooge AKTUELL‘

Ente, Ente, Ente

Dienstag, den 23. Juli 2019

Nein, dies ist keine Zeitungsente aus dem bekannten Sommerloch der deutschen Presseagentur. Tatsächlich wurden mehrere Enten im Dorf entdeckt, die allesamt die Zeitreise vom Sonntag scheinbar sehr persönlich genommen haben und sich – angeregt durch unserer tollen Verkleidungen- ebenfalls alle ihren Neigungen entsprechend verkleidet hatten. Eine Tiroler Ente, eine Batman Ente, eine Elefant Ente, eine Einhorn Ente, eine Teufels Ente, eine Kürbis Ente, eine Ninja Ente und noch viele mehr tummelten sich in Restaurants, Schaufenstern und mehr oder weniger gut sichtbar versteckt. Jede einzelne hatte eine Jahreszahl zugeordnet bekommen, diese wiederum erzählte einen Teil der Geschichte Wangerooges. Wenn nun die Kinder eine Ente entdeckt hatten, mussten sie mit der Jahreszahl zu einer der sechs Spielstationen gehen, um dort ein Spiel zu machen und dann den passenden Geschichtsteil für ihr Wangerooge–Enten–Geschichts–Memory zu bekommen. Da wurden Luftballons mit Füßen innerhalb der Gruppe weitergegeben, Staffellauf mit dem Luftballon zwischen den Beinen gab es und eine Aufblasen-Zuknoten-Draufsetzen-Platzen lassen- Staffel. Wattepusten, Strohhalm Parcour, Frisbee werfen mit Bierdeckeln und Füßen, Einbeinhüpfen und Dreibeinlauf. Es gab verschiedenste Bierdeckelstaffeln, ob auf dem Kopf balancierend oder zwischen den Knien als Känguruh Lauf. Aus Domino Steinen musste ein möglichst hoher Turm gebaut, Domino-Augen mussten schnell zusammengerechnet, Dominosteine blind ertastet oder richtige Gebäude aus Dominosteinen errichtet werden. Und an einer Station wurden verschiedenste Spiele mit leeren und auch vollen Bechern gespielt. Pyramiden bauen, Krampen-Becherschießen, Wasserbechertransport auf Tischtennisschlägern oder Turmbau mit Bechern auf Zeit. Wie gesagt, für jedes geschaffte Spiel gab es eine neue Geschichtsinfo für die Kinder. So konnten sie erfahren, dass bereits seit 1949 die Möglichkeit besteht, nicht nur „um den Pudding zu gehen“, wie man in einigen Landstrichen zu kleinen Spazierrunden sagt, sondern man konnte am Ende der Fußgängerzone sich nun auch IN das Café Pudding setzen, von dort auf das Meer schauen und herrliche, selbstgebackene Torten verspeisen. Oder dass 1909 der Maler Max Beckmann seine Inspiration auf Wangerooge tankte, die er dann in Nordseebilder, die heute Millionen wert sind, umsetzte. Oder dass Münzen und Krüge aus dem Jahr 16 nach Christus vom damaligen Germanien-Feldzug des großen Germanicus 1597 bei Bauarbeiten hier auf der Insel gefunden wurden. Um 1400 diente die Insel als Depot für Beute und Gefangene, die bei Seeräuberei rund um die Insel gemacht wurden, angelockt von nahe an der Insel vorbeigleitenden Hanseschiffen. Oder wusstet ihr alle, dass 1575 Wangerooge gar nicht zu den ostfriesischen Inseln gehörte? Wangerooge gehört als einzige der Inseln zum Herrschaftsgebiet Oldenburg und noch heute weht Oldenburgs blau-rote Flagge hoch über dem Inseldorf auf der Spitze des alten Leuchtturms. Und wie ist das ganze wunderbare Eiland entstanden? Bereits 3000 v. Chr. , gegen Ende der letzten Eiszeit, schmilzt Norwegens Eispanzer und das Nordseebecken füllt sich allmählich mit Wasser. Ehemalige Festlandteile wie Sylt werden zu Inseln und alle ostfriesischen Inseln sind angeschwemmt aus dem Meer und bilden sich an strömungsarmen Stellen der seichten Nordsee. Ja – hier lernen eure Kinder noch richtig was.

Am Morgen in der Gospeltime haben wir uns noch einmal mit Träumen und Ritualen auseinandergesetzt, diesmal anhand des indianischen Symbols des Traumfängers. Woher kommt er, welche Bedeutung hatte er ursprünglich und welche Bedeutung hat er für uns, denn wir haben festgestellt, dass doch einige von uns einen solchen, in welcher Variation auch immer, bei sich zu Hause haben. Zwei eigene Exemplare haben wir für die Flure der Kinder gebastelt. Die anderen Kinder haben Traumfänger gemalt und gezeichnet und eine große Gruppe war ins Dorf gezogen und hatte sich von Touristen schlechte und gute Träume aufschreiben lassen, welche wir dann symbolisch in den Traumfängern haben fangen lassen.

Den Abend konnten die Kinder dann frei nach Wahl gestalten, es gab das Angebot, Fußball zu spielen, zu malen, auf den Spielplatz zu gehen, noch einmal die Escape Rooms zu versuchen oder Sport am Strand zu machen. Fast zwei Drittel aller Teilnehmer wollte Sport am Strand und sofort kam die Frage auf „Spielen wir Völkerball?!“ Ich denke, dies bedarf keines weiteren Kommentars, oder? Völkerball halt… Und morgen hoffen wir dann, bereits beim Aufstehen die Sonne zu sehen und direkt in kurzen Hosen und Shirts in den Tag starten zu können.

Zeitreisen werden immer beliebter

Sonntag, den 21. Juli 2019

Zunächst nehme ich euch mit auf eine ganz kleine Zeitreise – bis hin zum gestrigen Abend. Nachdem der Regen sich alsbald verzogen hatte und die Sonne noch einmal mit voller Macht die Abendluft erwärmte, beschlossen wir kurzfristig, doch noch an den Strand zu gehen. Dabei waren all die, die am Nachmittag bereits die Escape Rooms enträtseln durften. Ein paar kleine Plastikhütchen dabei und zwei Bälle – sah ganz nach einem spontan-Völkerball-Event aus. Es ist wirklich schön, wie man mit diesem ehemaligen Kriegsspiel, das die Schlacht zweier Völker symbolisieren sollte, ein spaßbringendes, abwechslungsreiches und immer wieder neues Spiel in den Sand zaubern kann. Und wenn dann auch noch die Großen unter sich spielen dürfen, merkt man gleich, das Würfe und Treffer wesentlich genauer und schneller kommen. Was die Kidies derweil am Strand erschaffen haben, habt ihr ja vielleicht schon aus dem gestrigen Titelbild schließen können. Sandskulpturen waren gefragt, und mit viel Fantasie und noch mehr Sand entstanden vier sehr unterschiedliche Gebilde – eine Scheibe Wassermelone, eine kleine Insel und ein Boot, eine Meerjungfrau und eben der Seestern. Klingt eher schlicht und schnell zu bewerkstelligen, aber das wirklich Schöne waren die Geschichten dahinter, die die Kinder sich für die Jury Bewertung zusätzlich einfallen lassen sollten. Da wurde aus der Melonen Scheibe eine uralte Melonenscheibe, die damals von einer Möwe hier fallen gelassen wurde und im Laufe der Jahrhunderte, weil keiner dieses unbekannte Ding essen wollte, vom Meer und Wind versteinert worden war. Sie ist so berühmt, dass es sogar wertvolle Ölgemälde von ihr gibt. Und die Meerjungfrau, deren Sandkopf leider der Schwerkraft nachgeben musste und nach und nach einstürzte, die lag am Strand und wartete auf ihr Menschenfreunde, die gegangen waren, und sie durfte ja das Meer nicht verlassen. Und so lag sie da und wartete und wartete, leider zerfiel sie dabei jeden Tag ein wenig mehr. Und immer, wenn die Flut sie wieder überspült, ist sie neu und schön wie eh und je und wartet weiter. Die Insel und das Boot wurden in die beliebte und bekannte Jim Knopf Geschichte umgewandelt, in der Jim die Prinzessin Li Si rettet. Sandy, der Seestern, brachte uns mit seinen Freunden Fischi, Qualli und Krabbi die Sea-App nahe, eine Art Meeres Whatsapp, mit der beispielsweise ein Liebesbrief an Arielle geschrieben wurde, der uns dann auch gleich vorgelesen werden konnte. Wirklich sehr spontan und fantasievoll eure Kinder, denn dass sie sich eine Geschichte ausdenken sollten, erfuhren sie erst wenige Minuten vor Ende.

Die nächste Zeitreise nahm uns heute im Gottesdienst in der Inselkirche mit in die Zeit von Martin Luther King – „I have a dream“ war das Thema und gemeinsam mit der Urlauberseelsorgerin, die derzeit auf der Insel Dienst tut, brachten wir den Urlaubern und Insulanern nahe, was uns in den Tagen zum Thema Traum beschäftigte und was unser T -Shirt „Meer träumen“, welches heute alle stolz zum ersten Mal trugen, uns und ihnen mit auf den Weg geben möchte. So wie King, der seinen Traum von der Gleichheit der Menschen, vom gegenseitigen Respekt sein Leben lang verfolgt hat, der sich für die Schwachen und Unterdrückten stark gemacht hat, so sollten auch wir die schwachen und verfolgten nicht aus dem Blick verlieren und der Tatsache, Gottes Ebenbild zu sein, in unserem Leben Raum geben, seine Prägung zulassen und so vielleicht auch andere prägen.

Die dritte Zeitreise heute erinnert uns an die Vorbereitung und das Planen und nimmt uns mit zu dem Moment des Koffer Packens – denn heute durften sie endlich herausgeholt und präsentiert werden – die unglaublichen Kostüme der Kinder und Mitarbeiter. Thema war „Zeitreise“ und somit fand sich wirklich alles wieder, vom Dinosaurier über den Steinzeitmenschen, Napoleon, Cäsar und Indianer, es gab Ritter und Wikinger, Prinzessinnen und Feldherren, Ladies und Gentlemen aus den 20ern, Hippies, Rock n Roll Girls, Piraten, Babys, Hofdamen, Roboter und Wesen aus der Zukunft, halb Mensch halb Roboter. Das Problem, also die Spielgrundlage, war folgendes – es hat einen Defekt im Raum-Zeit-Kontinuum gegeben und alle Teamer waren aus ihrer alten Epoche im Hier und Jetzt hängen geblieben. Die Teilnehmer mussten nun quer durch das Dorf an unseren Stationen Teile für den Zeitkompass erspielen, der es jedem von uns ermöglichen würde, in unsere Zeit zurückzureisen. Die jeweiligen Spiele entsprachen natürlich dem Wissen und Naturell des Teamers, der die jeweilige Station besetzte. So ist für den Neandertaler hier bei uns natürlich alles ungewohnt und er möchte sich mit Dingen umgeben, die er kennt. Er ließ die Kinder Steine werfen (Boccia) und das Feuer löschen, welches ihm Angst machte (Teelichter ausspritzen). Glitzer, Prunk und Glücksspiel fehlen dem adretten Gentleman aus den 20ern in der heutigen Zeit. Um wenigstens ein bisschen Glamour ins Inseldorf zu bringen, lässt er die Teilnehmer Glasperlenketten anfertigen und fädeln. Das Burgfräulein ist schockiert, dass ihre Silbertaler in der heutigen Zeit nirgendwo mehr angenommen werden und möchte sie in Euro tauschen. Sie lässt die Kinder Geld in einem Glas schätzen und Münzen schnipsen. Und so stand jedes Spiel an den Stationen im Zusammenhang mit der Epoche, die der Teamer darstellte. Es gab römische Wagenrennen, Boote falten für Wikinger, dem Feldherren musste beim Benennen der Flaggen geholfen und der Indianer Goldschatz aus Pferdeäpfeln gefischt werden. Dem Hippie wurde beim Suchen der versteckten Plastikblumen geholfen, im mongolischen Reich mussten Erbsen von Linsen getrennt werden, der Pirat hatte seinen Teil des Zeitkompasses in einem Parcour versteckt in den guten alten 50er Jahren mussten die Kinder Lieder gurgeln, die die anderen dann erraten mussten. Was für ein Spaß, wenn wir mit fast 100 verkleideten Freizeitlern ins Dorf einfallen und alle Blicke auf uns ziehen. Und welch eine Freude für uns, dass ihr und eure Kinder genau so verrückt bei der Sache seid und euch immer die tollsten Kostüme einfallen lasst.

Nach angemessener Zeit war das Ziel des Spiels erreicht – alle kaputten Zeitkompasse konnten wiederhergestellt werden und es ging zum stärkenden Abendessen zurück ans Bielefelder Haus. Nach dem Essen dann kam jedoch der Schock für eure Kinder. Wir – die Teamer – wollen gar nicht zurück in unsere Zeiten. Wir möchten einfach hierbleiben und somit geht es im Abendprogramm gegen uns und für uns gegen die Kinder. Die Kinder müssen Zeitsand schmuggeln, mit dem sie die große Sanduhr befüllen. Wenn diese voll ist, ist für uns Teamer alles vorbei und wir müssen zurückreisen in die Zeit. Das versuchen wir natürlich zu verhindern, und jagen ihnen die kleinen Bescher voll Zeitsand wieder ab, um sie zu vernichten. Eigentlich ist es ein ganz normales Fangen-Spielen, aber sobald es einen Namen hat wie Drogenspiel, Schmugglerspiel oder Zeitsand Rettung, macht es doch allen viel mehr Spaß, oder? Uns jedenfalls, und wir sind jetzt schon gespannt auf das Thema des nächsten Mottotages im nächsten Jahr – wenn wir es denn erreichen und nicht gleich am Ende des Spiels zurück in die Zeit reisen müssen…

Was macht man …

Samstag, den 20. Juli 2019

…wenn man merkt, dass die Augen der Kinder immer kleiner werden und dass sich die Fälle von „ich hab Bauchweh“ und „ich hab Kopfweh“ häufen? Wenn auch der ein oder andere Teamer bereits beim ins Bett bringen der Kidies droht, mit einzuschlafen? Spontan mit der Küche absprechen, ob es denn nicht möglich sei, am kommenden Tag einfach mal eine Stunde länger zu schlafen und somit erst um 9 Uhr zu Wecken und um halb 10 Uhr zu frühstücken. Für das Haus sind solche internen, spontanen Änderungen zum Glück kein Problem. Es bedeutet ja keine Mehrarbeit. Wir verschieben dann halt das Mittagessen um eine halbe Stunde nach hinten, und schon passt alles auch in den Küchenzeitplan. Was macht man, wenn man merkt, dass für das Singen in der Gospeltime der Laptop fehlt? Dann läuft  einer der Teamer den zum Glück nicht all zu weiten Weg zum Haus zurück und holt ihn. Was macht man, wenn man merkt, dass es einer Teamerin nicht gut geht, sie aber ab Nachmittag voll verantwortlich ist, für einen Teil des Programms? Man steckt sie einfach ins Bett, sagt „zieh dich jetzt mal raus“, bringt ihr Frühstück und Tee ans Bett, umsorgt sie und hofft, dass sie so schnell wieder auf die Beine kommt. Oder eine Teamerin muss dringend noch vor der Gospeltime noch zum Arzt, weil sie ein dringendes Medikament vergessen hat und es ihr echt nicht gut geht? Dann steht sofort ein Teamer parat und begleitet sie, dass ihr auch unterwegs nichts passiert. Und was macht man, wenn sie dann auf das Medikament bis zum frühen Abend warten muss und den Weg ins Dorf aber sicher kein zweites Mal schafft? Dann setzt sich ein anderer aufs Rad und fährt für sie zur Apotheke. Wir sind nicht nur für eure Kinder da in diesen zwei Wochen, sondern auch füreinander. Wir versuchen, den anderen im Blick zu haben, uns bei anstehenden Aufgaben zu unterstützen, und bei Planungen und Umplanungen nicht aus dem Blick zu verlieren und die Launen der anderen nicht gleich persönlich zu nehmen.

Wir sind wirklich ein gutes Team – eigentlich ein Dream Team. Und darum ging es heute auch in unserer Gospeltime. Sich aufeinander verlassen können, sich unterstützen, helfen, motivieren, so wie nur ein gutes Team es schafft, egal ob im Kleinen wie bei Hund und Herrchen oder im Großen wie im Klassenverband oder bei Wickie und den starken Männern. Mit Hilfe der anderen etwas schaffen, wozu man alleine nicht in der Lage wäre, ähnlich wie bei unseren Teamspielen am Anfang der Woche. Oder wie in der Geschichte mit dem Gelähmten, den seine Freunde mit samt seinem Lager packen und ihn zu Jesus bringen, auf dem Weg dorthin sogar noch ein Dach abdecken, damit die Begegnung und damit verbundene Heilung mit Jesus überhaupt erst möglich wird. „Steh auf und geh – der Glaube deiner Freunde hat dir geholfen!“. Asterix und Obelix, Wickie und die starken Männer, das A Team, die Freunde aus der Serie „How I met your mother“ – alles Beispiele für Freundschaften, die nichts auseinanderbringen kann, Freundschaften, die sich gegenseitig erst stark machen und sich zu dem machen, was sie sind – unschlagbar.

Als Team gut zusammenarbeiten müssen unsere Pubis heute sicher auch bei den Escape Rooms. Nach dem Riesen Erfolg im vergangenen Jahr, zeigten sich unsere Teamer auch in diesem wieder hochmotiviert, mit viel Liebe zum Detail Räume zu errichten, die nur durch genaues Beobachten und kombinieren am Ende des Rätsels wieder verlassen werden können. So muss beispielsweise eine fiktive Virusbedrohung der Menschheit abgewendet werden, da der daran arbeitende Forscher und sein Team bei einem Sabotageakt kurz vor Entdeckung des Gegengifts verschwunden sind. Kann der Virus noch stabil gehalten werden? Eure Kinder, allesamt Mitglieder eines Spezialteams der Regierung, müssen die Arbeit der verschwundenen Forscher fertigstellen und das passende Gegenmittel finden, um die Menschheit – nicht nur hier auf der Insel – zu retten. Oder der wohl jedem bekannte Kirchenkritiker Martin Luther muss vor seinen Feinden beschützt werden. Hierfür muss er entführt und versteckt werde. Auf Luthers Spuren wird hier ein Weg gemeinsam aus dem geheimnisvollen Raum gesucht und hoffentlich auch gefunden. „Die Odyssee nach Ninive“ erstreckt sich sogar über zwei Räume, ein „drinnen“ und ein „draußen“. Auch hier gilt es, gesehenes und gefundenes genau zu betrachten, Zusammenhänge herzustellen, Fragen zu stellen und zu beantworten und somit einen Weg aus Ninive zu finden. Taschen werden geöffnet, Zahlencodes erarbeitet, alles genau untersucht, Geheimschriften gelöst und Labyrinthe durchdrungen. In dem vierten Escape Room beschäftigen sich eure Kinder mit dem Pfingstwunder, aber auch hier natürlich nicht einfach mit der Geschichte aus der Bibel, sondern es werden Wachsbotschaften entschlüsselt, Kisten und Kästen gedreht und geöffnet, hinter Mäntel und unter Taschen geschaut und wichtige und unwichtige Dekorations Artikel unterschieden. Hat das Glas auf dem Tisch wirklich eine Bedeutung? Was mache ich mit den verschiedenen Teelichtern? Bin ich auf mich gestellt? Oder steht mein Team mir zur Seite? Wohl selten haben wir Spieleprogramme mit solch hohem Aufwand erarbeitet, aber zu sehen, wie motiviert und dankbar eure Kinder alle bei der Sache sind, machen das Ganze lohnenswert. Und da ist es egal, ob man eine Box mit Würfeln, ein paar Zettel und Stifte parat hat, um gefühlt stundenlang BankoBanko mit denen zu spielen, die aus organisatorischen Gründen erst heute Abend in die Escape Rooms können. Oder ob man eine Kiste voller Kleinspiele dabei hat, aus denen man einen „Lottoabend“ für Regenwetter und Kidie Gruppe zaubert. Immer zwei der Kinder spielen gegeneinander und die anderen müssen tippen, wer von beiden wohl gewinnt. Da geht es um Faden einfädeln, Tischtennisbälle pusten, Puzzle puzzeln, balancieren, Zeit schätzen, Wattepusten und all solche Dinge. Mal geht es um Kraft, mal um Schnelligkeit, mal um Geschicklichkeit. Und glaubt mir, es ist gar nicht so einfach, abzuschätzen, wer wohl gewinnt, wenn man nicht weiß, welches Spiel die zwei denn gleich gegeneinander spielen müssen.

Eigentlich wären wir heut Nachmittag gerne mit den Kidies an den Strand gegangen, um dort Sandskulpturen zu bauen, aber leider hat das Wetter uns einen Strich durch die Planung gemacht. Egal – wir nehmen jeden Tag so, wie er kommt und planen auch schon mal innerhalb von 10 Minuten unser Programm um. Wenn dann später im Abendprogramm die Pubi Gruppen untereinander wechseln, sprich die Würfler gehen in die Escape Rooms und die Escape Room Gruppen spielen BankoBanko, werden die Kinder bei gutem Wetter vielleicht noch den Ausflug zum Strand nachholen. Bei schlechtem Wetter werden wir uns wieder etwas Anderes einfallen lassen. Was das dann war, werdet ihr morgen lesen können.

Crazy Summer Picture

Freitag, den 19. Juli 2019

…hätten wir unser Spiel heute früh auch nennen können, denn zunächst war es kalt und windig und laut Ansage nach dem Frühstück sollten alle mit Pullover und am besten auch Regenjacke zum vereinbarten Treffpunkt kommen, um zum beliebten „crazy picture“ Spiel ins Dorf aufzubrechen. Just zum vereinbarten Zeitpunkt des Treffens brach der Himmel auf und alle wurden ersteinmal wieder rein ins Haus geschickt, um sich etwas Leichteres anzuziehen. Und dann aber los ins Dorf. In gemischten Gruppen sahen sich die Teilnehmer verschiedensten Aufgaben gegenüber. So mussten sie beispielsweise mit fremden Leuten in der Fußgängerzone ein Lied singen. Oder sich von jemandem über die Straße tragen lassen. Oder einen Meeresbewohner „ihrer Wal“ fotografieren. Ein Bild mit einer Möwe oder eine Nachbildung der Bremer Stadtmusikanten waren auch gefordert. Und das Ganze wurde dann in Bild und Ton festgehalten, denn jede Gruppe hatte einen „großen Teilnehmer“ dabei, einen von den Pubis, der zu diesem Zweck sein eigenes Handy ausgehändigt bekam, um es für dieses Spiel einzusetzen. Entspannte, gut gelaunte Touristen sind wirklich für jeden Quatsch zu haben, besonders, wenn sie von unseren Teilnehmern so nett angesprochen und gefragt werden. Auch Insulaner, wie beispielsweise die nette Pizzabäckerin von der Promenade, machen gerne mit, und lassen sich beispielsweise bei einem gespielten Heiratsantrag fotografieren. Manch einem der Teilnehmer ist es sicher auch mal unangenehm, jemand Fremden anzusprechen, aber mit der Gruppe im Hintergrund und der Motivation, dass die anderen sich ja auch überwinden, steht dann doch der Spaß im Vordergrund und sie nehmen wieder eine neue Erfahrung mit nach Haus.

Heute nach der großen Post- und Päckchenausgabe nach dem Frühstück, habe ich bei einer Teilnehmerin im Zimmer ihre Sommerhausaufgaben gesehen. Hausaufgaben über die Sommerferien? Was soll das denn? Aber dann habe ich genauer gelesen, und ich bin froh, dass wir bei der Erledigung dieser Aufgaben, die sicher der eine oder andere von euch zu Hause schon mal gesehen hat, behilflich sein zu können. Laufe über Sand, durch Wasser und über Hügel – erledigt! Spritze mit Wasser – auch erledigt! Finde einen neuen Freund – ich hab schon zwei gefunden, war die Aussage des Mädels, dem diese Hausaufgaben gehören. Also auch erledigt! Spiele draußen, bis die Sonne untergeht – das haben wir schon mehrfach hinter uns! Bleibe heimlich lange wach – sicher auch, aber soll ja heimlich bleiben! Iss Schokolade zum Frühstück – auch das ist sicher schon passiert! Singe mit den Vögeln um die Wette – jeden Tag in der Gospeltime! Und tanze wie verrückt – das folgt spätestens am Abschlussabend! Alles, was wir hier dann nicht erledigen können, beispielsweise klettere auf einen Baum (hier gibt es fast keine), müsst ihr dann später zu Hause nachholen. Aber was für eine tolle, liebevolle Sommerhausaufgabe!

Heute verbringen wir zum letzten Mal den Nachmittag in der Inselkirche. Wir als Teil von Gottes Schöpfung, und was er sich wohl für uns erträumt hat. Ging ja schnell, dass er von seinem Meisterwerk, Adam und Eva, enttäuscht wurde. Und dennoch hat er immer wieder den Menschen eine Chance gegeben, Josef nach Ägypten geschickt, Mose zur Befreiung des Volkes, Noah als Retter der Menschheit und der Tiere, und letztendlich Jesus, den er für uns hat sogar sterben lassen. Wir sollen uns die Erde untertan machen. Ob er das so gemeint hat, wie viele es heute leider praktizieren? Sind wir uns Gottes Traum für uns, für unser Leben, für unsere Umwelt, für unsere Mitmenschen, eigentlich bewusst?

Und das Abendprogramm haben wir mal wieder spontan umgeworfen. Da die Wetteraussichten für morgen leider mehr als schlecht sind, wollten wir heute gerne noch den Strand ein wenig nutzen – wenn schon nicht zu Schwimmen, dann doch wenigstens für Spiel und Spaß. Das ist ganz einfach – man nehme Schwedenschach, einen geeigneten Strandfußball, einen Beachvolleyball, etwas für ein Völkerballfeld, eventuell noch einen Indiaca und los geht’s. jeder kann sich etwas aussuchen, was er gerne spielen möchte und wenn es die Zeit erlaubt, wird sogar noch einmal am Strand getauscht und man kann eine zweite Sportart ausprobieren.  Dicker Pulli und noch eine Wind- und Wetterjacke, da es gleich wenn die Sonne weg ist, wirklich frisch wird, und dann geht es ab in den Sand. Wie immer gibt es auch jemanden, der nicht so gerne Sport macht und sich mit anderen gleichzeitig auf einen Ball im Sand stürzt, aber ein Spaziergang ist hier immer eine beliebte Alternative. Und bei den paar Wolken, die derzeit am Himmel aufziehen, haben wir ja vielleicht sogar die Chance auf einen schönen Sonnenuntergang.

Eis in der Kirche

Freitag, den 19. Juli 2019

…hatten wir in den vergangenen 18 Jahren hier auf der Insel auch noch nicht. Tina, die nette Diakonin, mit der wir derzeit den Kontakt zur Gemeinde hier vor Ort halten, fragte bereits vor ein paar Tagen, wie viele Kinder wir denn genau hätten, denn es gäbe da eine etwas größere Eis- Spende, die sie gerne an uns verteilen wolle. Und jetzt stand sie plötzlich am Ende unserer Gospeltime mit mehreren Kartons in der Kirche. Und das an unserem ersten, richtig warmen Tag, an dem früh morgens eigentlich alle direkt in kurze Hosen und T-Shirts gesprungen waren. Heute waren wir wieder am Vormittag in der Inselkirche, um uns unter anderem ein wenig mit dem Mann zu beschäftigen, der den Arbeitstitel unserer Gospeltimereihe geprägt hat – „I have a dream…“. Martin Luther Kings Geschichte ist schon sehr interessant, wenn man sich mit seinen Ideen und Problemen und seinem Leben generell mal näher auseinandersetzt. Aber seine Grundidee, die die Gleichheit der Schwarzen und der Weißen in der damaligen Zeit betonte, lässt sich immer wieder und überall auch in der heutigen Zeit anwenden und einsetzen – „…ich bin Gottes Ebenbild, weil Gott mich prägt und Gottes Geist mich trägt.“ Die Prägung Gottes durften die Kinder dann auch wirklich für sich verdeutlichen und selber umsetzen, nämlich mit einem Stempel in Ton gedrückt, auf dem steht „Gottes Ebenbild“. Wir sind nicht ein Abbild von ihm, wir sind ihm nicht gleich, aber wir sind durch ihn geprägt. Und durch euch, die Eltern, sind eure Kinder natürlich geprägt. Sie erzählten auch davon, wie oft jemand sagt „du bist wie dein Vater“ oder „du sprichst wie deine Mutter“ oder ähnliches. Wir prägen unsere Kinder ihr ganzes Leben lang, und wir als Teamer hoffen, dass auch das Miteinander hier auf der Freizeit sie ein Stück weit prägt und einen Eindruck hinterlässt, der immer ein bisschen von uns und unserer Arbeit hier erkennen lässt.

Am Nachmittag ging es dann nun endlich an den Strand. Auch wenn eine plötzliche Abkühlung und Bewölkung mit sich brachte, dass Pullis mitgenommen wurden, so war doch Zeit zum Buddeln und Spielen, zum Chillen und Quatschen und einfach „Meer genießen“. Die Badezeiten liegen ohnehin in dieser Woche eher ungünstig, so dass das richtige Schwimm- und Plantscherlebnis noch auf sich warten lässt. Aber der Spaß bei den Kids und den Teilnehmern ist dennoch deutlich zu spüren.

Den Abend verbrachten wir alle rund um das Bielefelder Haus. Dunkle Wolken schoben sich rund um die Insel zusammen, so dass wir jederzeit von „draußen“ auf „drinnen“ ohne größeren Aufwand hätten umswitchen können. Die Kidies vergnügten sich bei verschiedensten Kreisspielen, angefangen vom „Zuzwinkern“ über ein Fangspiel „MöpMöpMöp“, bei dem sie sich gegenseitig befreien müssen, bis hin zu „Mörder und Detektiv“. Außerdem gab es ein Ringspiel, bei dem die ganze Gruppe einen HulaHoop Reifen weitergeben muss, ohne sich loszulassen und ohne den Reifen fallen zu lassen. Auch der gute alte „Plumps-Sack“ darf an solchen Abenden nicht fehlen und der Spaß ist bei den Kindern vorprogrammiert. Die Pubis schlugen sich durch die Rätsel um Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf. Waren sie im vergangenen Jahr noch als Einzelkämpfer aussichtslos mit den 99 zu lösenden Rätseln des beliebten Nintendo Spiels konfrontiert, konnten sie sich nun alle gemeinsam, jeder nach seiner Schnelligkeit und Auffassungsgabe, durch das Gewirr der Zahlen und Aufgaben auf dem Spielplan und dem Gelände machen. Von Station zu Station geschickt, bekamen sie Rätsel und hatten sogar die Möglichkeit, sich mit den erspielten Pikarat, der geheimnisvollen Layton Währung, Tipps und Lösungshinweise zu erkaufen. Und tatsächlich gelang es ihnen, bis auf eine einzige Aufgabe, alle richtigen Lösungen beim Spielleiter abzuliefern. Und diese eine Aufgabe nehmen wir vielleicht einfach als Ausgangsfrage für ein neues Spiel im nächsten Jahr, denn manchmal mögen eure Kinder es ganz gerne, sich nicht nur körperlich in Spielen und Wettkämpfen zu messen, sondern auch ihr Hirn mal ein wenig zu fordern.

Geschafft

Mittwoch, den 17. Juli 2019

Die Umstellung von Herbstfreizeit auf Sommererholung ist uns heute etwa zwischen 13 und 14 Uhr gelungen. Heute in der Frühe hatte sich schon ein wärmeres Lüftchen als in den vergangenen Tagen verbreitet. Und als wir dann beschlossen hatten, das mittwöchliche Lunchpaket gemeinsam draußen vor dem Haus auf den Bänken zu uns zu nehmen, gab es den großen Entscheidungskampf – zunächst zogen noch Wolken über den Himmel und es folgten sogar ein paar fieselige Regentropfen – dann aber setzte sich mehr und mehr die Sonne durch, vertrieb die letzten Wolken und trocknete auch den letzten und kleinsten Regentropfen! Und als wir gegen 14 Uhr mit unserem Tagesgeländespiel anfingen, wurde es sogar richtig warm. Ja, so warm sogar, dass überall plötzlich Jacken und Pullover abgelegt wurden und die kleinste Spielpause dazu genutzt wurde, sich schnell von Jeans in kurze Hosen und von dicken Turnschuhen in Flipflops oder ähnliches zu kleiden. Ob es an dem wirklich tollen und abwechslungsreichen Spiel lag, dass die Stimmung ähnlich wie das Thermometer schlagartig anstieg, oder tatsächlich an der Sonne, kann ich wirklich nicht sagen. Auf jeden Fall waren eure Kinder mit Eifer dabei, für ihr jeweiliges Land Häuser zu bauen, Glaubenssteine zu drehen, Rohstoffe zu sammeln, Waren zu tauschen und Siegespunkte zu ergattern. Grundlage hierfür war das Buch „Das Fundament der Ewigkeit“, ein Roman, der einen Teil der Glaubenskriege zwischen Katholiken und Protestanten im 16 Jahrhundert beschreibt. Jeder kämpft für sich und seinen Glauben, versucht das eigene Land dem eigenen Glauben zuzuschreiben und vor allem die unterlegenen Andersgläubigen dann von hier zu vertreiben. Die Tagesgeländespiele sind immer etwas aufwändiger gestaltet, und mit einer Geschichte im Hintergrund, lassen sie sich den Kindern auch immer besser nahebringen. In den letzten Jahren waren es die Vorgängerromane „Die Säulen der Erde“ und „Die Tore der Welt“. Auch hier war das Prinzip ähnlich – Rohstoffe, Handel, Bauen, gegen andere antreten. Man muss sich als Team absprechen und sich Strategien überlegen, miteinander an einem Ergebnis arbeiten und zudem auch noch in Großspielen, diesmal waren es die jeweiligen ausgelösten Glaubenskriege, miteinander gegen die anderen stark sein. Wenn die Glaubenskriege damals auch mit Groß-Sack-Hüpfen, Wassertransport, Wattebauschtransport und Ballonrennen ausgetragen worden wären, wäre das Ganze wohl glimpflicher abgelaufen. Wirklich schön ist, dass bei solchen Spielen letztendlich immer das gemeinsame Endergebnis zählt und nicht die einzelnen Punkte der einzelnen Gruppen.

Wie gut, dass wir im realen Leben keine Glaubenskämpfe austragen müssen, sondern so unseren Glauben leben und weitergeben dürfen, wie wir es möchten. Unser Thema der „Träume“ beschäftigte uns heute damit, was andere für uns träumen, wie andere sich unsere Zukunft vorstellen und was andere sich für uns wünschen. Die Pubis hatten hierzu die Möglichkeit, sich in stillen Gesprächen zu drei verschiedenen Fragen auszutauschen. Die Kleinen hingegen durften selbst etwas weitergeben – gute Wünsche. Sie tauschten sich zunächst über gute Wünsche für andere aus und haben diese dann aufgeschrieben und an Touristen und Passanten in der Wangerooger Fußgängerzone verschenkt. Es ist wirklich schön, wenn die Kinder sich hier überwinden und fremde Leute ansprechen, lernen, wie man sich nett und höflich vorstellt und anderen etwas geben darf. Auch die unterschiedlichen Reaktionen der Beschenkten gingen von „was möchtet ihr denn jetzt dafür haben?“ bis hin zu einem wirklich netten jungen Surfer der meinte „Hey – in unserer Surfschule haben wir eine Pinnwand, da hängen wir alles Mögliche dran. Da hänge ich das gleich dazu!“ Und unsere Kinder waren wirklich stolz und haben allen anderen von diesen Erlebnissen berichtet. Als biblischen Hintergrund gab es dann noch die Geschichte von Mose, der von Gott durch den brennenden Dornbusch als Retter und Befreier nach Ägypten geschickt wurde. Und wir durften an seinen Gedanken und Zweifeln teilhaben und auch seine letztendliche Entscheidung, den Auftrag Gottes anzunehmen, nachvollziehen. So wurde aus dem, was Gott für ihn träumte und wollte dann doch das, was Mose selbst wollte.

Disneys König der Kamele

Dienstag, den 16. Juli 2019

Überall läuft grad der König der Löwen von Disney in den Kinos an, hier bei uns scheint es wirklich eher der König der Kamele zu sein. Während die Kinder den kalten, wolkigen und ungemütlichen Abend im eigens dafür hergerichteten Disney – Spielpalast im Bielefelder Haus verbringen, vergnügen die Pubis sich mit einem Teil der Mitarbeiter beim Kamelrennen. Ja, richtig gelesen, wir haben eigens hierfür einen ganzen Container Kamele mitgebracht. Hier gilt es nun, das eigene Kamel mit Hilfe von gewonnenen Kleinspielen Feld für Feld weiter zu bewegen und somit das Rennen für sich und die geliebte Karawane zu gewinnen. Und wie schnell sich ein stinknormaler Speisesaal mit ein paar Handgriffen und fantasievollen Kostümen der Wüstenbewohner in eine Oase der Wüste verwandeln lässt, das hättet ihr mal miterleben sollen. Sagt mal euren Kindern, sie sollen sich innerhalb der nächsten Minuten ein Kostüm ausdenken, welches sie deutlich als Wüstenbewohner und Kameltreiber erkennen lässt. Handtücher wurden zu kunstvollen Turbanen gebunden, Regenjacken dienen um die Hüften gewickelt als Gewand, kostbare Kaftane aus Badelaken und einfacher Blumenschmuck im Haar – eure Kinder sind wirklich für jeden Spaß zu haben. Eingeteilt in „Familien“ bestreiten sie nun dieses Rennen – immer dabei haben sie ihr „Familienwappen“, welches sie auf besondere Weise mit der Familie verbindet. Einfach nur in Gruppen einteilen wäre doch auch langweilig, oder? Jede Familie hat sich zu ihrem Wappen auch noch eine eigene Geschichte spontan ausgedacht, und das ist gar nicht so einfach. Oder kämt ihr auf die Idee, aus einer einfachen Müllzange, die euch als Wappen zur Verfügung gestellt wird, eine Kraulhilfe für Krauli zu machen, euer größtes Kamel, welches sich so gerne kraulen lässt, aber ihr seid alle einfach zu klein, um überall dran zu kommen. Ja – so läuft das hier bei uns. Und während die Karawanen jetzt versuchen, das Rennen für sich zu entscheiden, müssen sie beispielsweise ihren Sperrmüll von der langen Reise auf der letzten noch verbliebenen Wasserflasche stapeln – genauer gesagt sind es Streichhölzer, die nach und nach auf eben dieser Flasche platziert werden, aber wie gesagt – Fantasie… und habt ihr schon mal einen Stapel von 42( in Worten zweiundvierzig!!!)  Streichhölzern auf einem Flaschenhals gesehen?

Bei den Kindern geht es da etwas realer zu, wobei man das bei Fragen und Aufgaben zu Filmen und Figuren rund um das Disney und Pixar Universum wohl auch kaum so ausdrücken kann. Aber es ist schon erstaunlich, wie breit gefächert das Wissen der Kinder aufgestellt ist. Es reicht vom Dschungelbuch von 1967 über Aristocats von 1970 bis hin zu den neuesten Errungenschaften wie den Minions aus den letzten Jahren. Wer in welchem Film welches Lied gesungen hat oder welcher Bösewicht mit welchem Zauber einen bestimmten Helden bedrohte oder welche Haarfarbe die dritte Meerjungfrau von links hatte – hier werden wirklich alle erdenklichen Fragen auf den Tisch gebracht und – wie gesagt – sogar beantwortet. Bei „Drinnen-Spielen“ ist es gar nicht immer so einfach, die Stimmung der Teilnehmer trotz räumlicher Enge und eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten dennoch hoch zu halten – aber irgendwie gelingt es uns Teamern doch immer wieder.

Eigentlich sollte heute Spiel und Sport am Strand stattfinden, aber heute in der Frühe waren wir von verschiedensten kleinen Nieselschauern und viel Wind geplagt, also schoben wir es auf heute Abend. Da die Aussicht auf Wetter – Besserung jedoch nicht wirklich gegeben war, wurde dann halt noch einmal der Plan geändert und oben beschriebenes Programm aus dem Ärmel gezaubert. Und in der Frühe haben wir einfach die Spielangebote vom gestrigen Vormittag für die Gruppen getauscht, das heißt die Kinder durften ihr Geschick beim Schmuggeln von Geheimbotschaften an der Polizei vorbei beweisen und die Pubis ihr Teamfähigkeit bei verschiedensten Aufgaben testen. So musste beispielsweise ein Jenga Turm von dem jeweiligen Kleinteam aufgebaut werden. Einfach? Denkt ihr, aber wenn jeder aus dem Team dabei die Augen verbunden hat, gestaltet es sich schon schwieriger, denn man muss miteinander reden, sich abstimmen und sich auf die anderen verlassen können. Oder einen Parcour als Gruppe bezwingen und hierbei auf jeden achten und Rücksicht nehmen. „Where is my Chicken“ darf gar nicht fehlen und auch heute gab es Spione, Zeichner und Konstrukteure, die vom Model zum eigenen Konstrukt gemeinsam kommen mussten. Es ist gut, wenn die Kinder sich schon in den ersten Tagen aufeinander verlassen müssen können, und die Auswirkungen des Ganzen sieht man dann an solchen Aktionen, wie bei den Pubis heute Abend – wir machen alles mit und sind für nichts zu cool.

Für uns alle laufen diese ersten Tage nicht wie gewohnt ab. Ich hatte ja bereits erwähnt, dass wir nicht jeden Tag am Vormittag in die Kirche können, und somit war es auch heute erst halb vier, als sich alle auf den Weg zur Inselkirche gemacht haben. Vorher hatten wir uns eine echte Mittagspause gegönnt, die tatsächlich auch der eine oder andere genutzt und sich hingelegt hat. Oder einen ausgiebigen ersten Dorfbummel unternommen. In unserer Gospeltime ging es dann heute um eine Figur, die jeder von uns und euch kennt, und die nicht fehlen darf, wenn es um das Thema Träume geht – der Sandmann. Schön, wie Klein und Groß auf den alten Bekannte reagiert haben und von ihren eigenen Erinnerungen und Kindheitsträumen erzählen konnten. Es ging um Ängste und Träume, um Wünsche und Vorstellungen, wer wollte durfte etwas von sich preisgeben oder aber nur für sich auf einer Karte Gedanken und Erinnerungen festhalten. Rituale und Schutz bei Eltern waren Thema und letztendlich noch die Formulierung von neuen Wünschen und Träumen für die kommende Zeit. Nicht immer müssen Themen mit anderen diskutiert werden, nicht immer muss alles eine biblische Geschichte als Grundlage haben. Seine eigenen Gedanken zuzulassen und auch mal zu formulieren oder in ein Bild zu packen, ist für jeden der Teilnehmer und auch Teamer eine gute Übung.

Die ersten Fotos sind nun ONLINE!

Dienstag, den 16. Juli 2019

Nun ist es geschafft! Die ersten Fotos sind online. Wir bitten um Verständnis, dass wir in diesem Jahr länger als gewohnt brauchen, um Fotos und Berichte zu posten. Das Internet im Bielefelder Haus ist so instabil wie noch nie und bislang fehlt die Zeit, um regelmäßig an den Fotos zu Arbeiten. Wir werden weiterhin Schritt für Schritt die Fotos ergänzen.

Prime Time

Montag, den 15. Juli 2019

Spaß haben wir hier alle, nicht nur die Kinder. Heute früh ging es bereits für die Pubis rund um das Bielefelder Haus und die angrenzenden Rad- und Wanderwege darum, Geheimbotschaften zu schmuggeln, sich gegenseitig diese abzuluchsen oder sich gar zu fangen und in das imaginäre Gefängnis zu bringen. Dort gehören Schmuggler schließlich hin. Natürlich gibt es auch immer wieder Verbündete, die einen von dort wieder befreien können, so dass wirklich alle beteiligt waren und nicht bereits nach fünf Minuten für den Rest des Spiels im Gefängnis sitzen mussten. Die Kiddies erprobten sich selbst und ihren Zusammenhalt derweil in Teamspielen. Gemeinsam einen an Bändern festgebundenen Ring über eine Flasche zu stecken, wurde ja bereits in den vergangenen Jahren mehr oder weniger erfolgreich des Öfteren geschafft. Aber innerhalb eines Teams Informationen, die jeweils nur zwei oder drei des Teams bekommen, so weiter zu geben, dass alle sie verstehen und am Ende das passende, richtige Ergebnis herauskommt, ist gar nicht so einfach. Stellt euch vor, zwei von euch bekämen die Möglichkeit, ein entsprechend vorbereitetes Konstrukt aus einem Plastikbecher, drei Streichhölzern, einem Luftballon, zwei Wäscheklammern, einem Bierdeckel, einem Strohhalm und Tesafilm zwei anderen so zu beschreiben, dass diese es anschließend ohne weitere Erläuterungen in eine Zeichnung umsetzen können. Diese Zeichnung wiederum wird dann an zwei weitergereicht, die nun, ebenfalls ohne weitere Erläuterungen, diese Zeichnung in eine entsprechende Konstruktion umsetzen müssen. Dem anschließenden Vergleich mit der ursprünglichen Konstruktion hielten tatsächlich alle Ergebnisse stand. Dies spricht dafür, dass eure Kinder nicht nur in der Lage sind, Anweisungen und Beschreibungen entsprechend umzusetzen, sondern dass sie im Team arbeiten können. Und dies ist für eine so lange Zeit, die wir hier miteinander verbringen wollen, gar nicht so unwichtig.

20:15 Uhr – während ihr alle daheim euch mit den alten neuen Folgen der Big Bang Theory vergnügt, in Erinnerungen schwelgt mit Eddie Murphy als Axel Foley, mit dem Bauern seine Frau sucht oder 20000 Meilen unter dem Meer das Abenteuer findet, erkunden unsere Teamer mit euren Kindern das Dorf und die Insel. Eingemummelt in dicke, warme Pullover und Jacken werden sämtliche Straßen und Wege unsicher gemacht. Allerdings nicht einfach nur mit Stadtplan, Fotos und Fragen, sondern es gibt ja immer wieder etwas Neues. Kennt ihr die APP „what3words“? In dieser ist jeder nur erdenkliche Standort mit drei Wörtern gekennzeichnet. Das Bielefelder Haus beispielsweise heißt „abende.flache.nachts“… klingt komisch, ist aber so. Oder die Kirche in Wiedenest „adlerauge.greift.waldgebieten“. Wenn man sich nun die Mühe macht, Rätsel so zu stellen, dass deren Lösungen bestimmte Wortkombinationen ergeben, kann man die Spielenden so durch das ganze Dorf schicken, denn jede Wortkombination ergibt ja wiederum einen neuen Standort. Und an dem neuen Standort muss dann wieder das nächste Rätsel gesucht, gefunden und gelöst werden, um sich im Spielgebiet nach und nach weiter voran zu bewegen. Schnitzeljagd multimedial, würde ich mal sagen. Wie soll denn das gehen? Da doch momentan gar keine Handy Zeit für eure Kinder ist, fragt ihr euch? Kein Problem, deshalb ist ja in jeder Gruppe mindestens ein Teamer, der dieses Spiel mit den Kindern gemeinsam löst, denn auch wir wissen die Lösungen natürlich nicht im Vorfeld. Dann würde das Spiel ja gar keinen Spaß machen.

Die alten Hasen unter euch wundern sich jetzt sicher, dass wir heute früh Spieleprogramm mit den Kindern gemacht haben und nicht in der Kirche waren. Tja, dies ist leider einer Doppelbelegung der Kirche auf Grund schlechter inselinterner Organisation zu verdanken. Wir können in dieser Woche wahrscheinlich immer erst nachmittags in die Kirche für unsere Gospeltime. Aber ob Regen oder Sturm oder Doppelbelegung oder übermäßige Hitze – wir passen einfach unser Programm und unseren Tagesablauf den jeweiligen Gegebenheiten an. Von sowas lassen wir uns doch nicht abhalten… Unsere diesjährige Gospeltime Reihe dreht sich rund um das Thema „Träume“. „Meer träumen“ steht deshalb nicht nur auf unseren T -Shirts, die alle, die eines bestellt haben, noch bekommen werden, sondern auch auf den von den Wiederholungstätern unter den Teilnehmern ungeduldig erwarteten Armbändern. „Wann bekommen wir denn die Armbänder?“ wurden wir mehr als einmal gefragt. Ob es überhaupt welche geben würde, stand bei den Teilnehmern scheinbar gar nicht zur Diskussion. Stolz wurden sie im vergangenen Jahr, auch über die Freizeit hinaus, getragen und gezeigt, traurig war manch einer, dass er sie für den Sport für immer abschneiden musste. Einige jedoch tragen es noch bis heute – ich auch. Und jetzt gibt es tatsächlich ein Neues – mit dem gleichen Motiv, welches auch auf den Shirts ist. Mut zum Träumen, Mut, nicht unbedingt einem Ideal nachzujagen, Träume akzeptieren, Träume zulassen, aus ihnen das Beste zu machen und sie vielleicht auch für andere verständlich zu machen, war heute das Thema. Der Träumer der Bibel – Joseph – begleitete uns heute durch Anspiele und Gespräche, war Auslöser für Diskussionen und stille Gespräche zum Fragen rund um das Thema. Auch auf der Freizeit braucht es für den einen oder anderen Mut. Mut, sich neuen Situationen zu stellen, Mut, die eigenen Ängste und Vorstellungen zu akzeptieren, Mut, sich auch noch unbekannten Teilnehmern und nicht nur den besten Freunden so zu zeigen, wie man wirklich ist. Dann kann jeder hier so sein, wie er möchte und dennoch die Zeit miteinander genießen.

Wir sind da … !!!

Sonntag, den 14. Juli 2019

Nein, nicht jetzt erst, aber der Tag hat für uns alle doch recht viel Organisatorisches mit sich gebracht. Die Freizeitunterlagen mussten gesichtet und sortiert, die Lagerbank auf den aktuellen Stand gebracht und alle Materialien im Haus und den dafür zugedachten Räumlichkeiten untergebracht werden. Jetzt ist soweit alles verräumt und die Technik läuft, so dass wir Euch alle an unseren Erlebnissen und Eindrücken teilhaben lassen können.

Mittlerweile ist es fast 22 Uhr und die Kinder sind bereits im Bett, bzw. auf dem Weg dorthin. An einem Sonntag zu fahren, erweist sich für uns immer wieder als Glücksgriff, denn mal abgesehen davon, dass ja keine LKW fahren dürfen, organisiert sich für die meisten Menschen der Urlaubsbeginn doch häufig an den Samstagen. Im Gegensatz zu manch einem Reisenden gestern kamen wir so pünktlich und entspannt am Hafen in Harlesiel an. Schnell waren die beiden Busse entladen und ein netter Logistikmitarbeiter der Bahn brachte uns die Container, in die wir immer unsere unzähligen Koffer und Materialkisten packen müssen, bevor sie uns dann irgendwann direkt bis vor die Haustür gefahren werden. Das ist wirklich der pure Luxus, wenn man im Vergleich dazu die armen Urlauber mit ihren Trolleys durch die Fußgängerzone laufen sieht. Die Zimmerverteilung hatten die Teilnehmer ja bereits auf dem Vortreffen erledigt, so dass die Zimmer dann auch rasch in Beschlag genommen werden konnten. Und noch vor dem Mittagessen waren auch die Koffer da. Toll, wie sich da gegenseitig beim Schleppen, Sortieren und Betten Beziehen geholfen wurde. Ein leckeres Mittagessen – Hähnchenteile und Pommes – begeisterte alle und dann wurde auf unterschiedliche Art und Weise mit den Zimmergruppen der Nachmittag verbracht. Da konnte die Wassertemperatur mit dem großen und dem kleinen Zeh getestet werden, der neue Spielplatz wurde erobert oder auch schon mal ein Eis im Dorf vernascht. Bei bester Laune starteten dann auch die Kennenlernspiele in den jeweiligen Freizeitgruppen. 60 Pubis trafen sich auf dem Sportplatz im Innenhof, um sich nach bestimmten Kriterien (Körpergröße beispielsweise) zu sortieren, Katz und Maus Jagd durfte nicht fehlen, Schuh Klau war auch dabei und die Stimmung war einfach klasse. Viele kennen sich vom letzten Jahr und teilweise könnte man mal wieder meinen, wir seien gar nicht wirklich zu Hause gewesen sondern schon seit Wochen wieder hier. Bei den Kindern war die Stimmung nicht weniger großartig. Twister XXl mit waghalsigen Knotenaktionen , Chicken Rennen, als Gruppe gemeinsam durch einen Fahrradschlauch steigen waren hier nur ein paar der Herausforderungen. Eine frühe Quakelei und ebenso eine vorgezogene Nachtruhe für alle waren heute wirklich notwendig. Auch wenn die nächtliche Abfahrt uns einen ganzen Tag auf der Insel geschenkt hat, so hat es heute doch eine extreme Müdigkeit bei allen aufkommen lassen. Jetzt – gegen halb elf – schlafen fast alle und morgen früh dürfen wir ausschlafen und erst um halb zehn frühstücken. Also heißt es jetzt auch für uns endlich mal Betten beziehen und uns auf all die kommenden Tage mit entspanntem Tiefschlaf und schönen Träumen einzustimmen.


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