Archiv der Kategorie ‘Aktuell‘

Erster Spatenstich für Bibelgarten an der Kreuzkirche

Donnerstag, den 6. April 2017

Auf dem Gelände um die Wiedenester Kreuzkirche soll in den nächsten Wochen und Monaten ein Bibelgarten entstehen. Am heutigen Donnerstag wurde mit dem ersten Spatenstich dieses Projekt offiziell eröffnet. Unter den Augen zahlreicher Gäste, Projektunterstützer und Pressevertreter, nahmen Bürgermeister Wilfried Holberg, Waltraud Pschirrer (Initiative Weitblick) und Pfarrer Michael Kalisch den ersten Spatenstich vor.

Die Lutherbibel 2017

Mittwoch, den 8. März 2017

Die Lutherbibel 2017 ist zum Reformationstag 2016 erschienen und seit dem 19. Oktober im Handel. Sichern Sie sich Ihr Exemplar der ersten Auflage der revidierten Lutherbibel!

Die Lutherbibel 2017 mit dem revidierten Text gibt es nicht nur gedruckt sondern auch als App für alle Smartphones. Zum Start sogar kostenlos! Die EKD übernimmt die Produktionskosten.

http://www.ekd.de/lutherbibel/

Europa muss Grenzen überwinden

Mittwoch, den 8. März 2017

Bedford-Strohm zu Reformationskonferenz, Pop-Oratorium und Gesprächen in Brüssel

7. März 2017

Bild könnte enthalten: 16 Personen, Personen, die lachen, Personen, die stehen und Innenbereich

Logo der EKD Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, hat heute in Brüssel die europäischen Kirchen aufgerufen mit gemeinsamer Stimme wahrnehmbarer zu werden. „Reformatorische Tradition zu leben, muss immer heißen, Grenzen zu überwinden und darf nie heißen, sich selbst ins Zentrum zu stellen“, sagte Bedford-Strohm bei einer hochrangigen Konferenz mit EU-Politikern und europäischen evangelischen leitenden Geistlichen im Europäischen Parlament. Das gelte gleichermaßen für Kirchen wie für Länder. Zugleich wies er auch auf die Bedeutung der Ökumene hin: „Luther wollte Christus neu ins Zentrum stellen, und das können wir 500 Jahre nach der Reformation nur ökumenisch tun.“

Im Mittelpunkt der von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) und der Brüsseler EKD-Vertretung veranstalteten Tagung stand das Thema „500 Jahre Reformation: Europa gestalten – Veränderung wagen“. Die Konferenz wurde von der für den Dialog mit Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften zuständigen Ersten Vize-Präsidentin des Europäischen Parlaments, Maired McGuiness, und dem Ersten Vize-Präsidenten der EU-Kommission, Frans-Timmermanns, eröffnet. Neben dem EKD-Ratsvorsitzenden, Heinrich Bedford- Strohm, berichteten u. a. auch der Generalsekretär der GEKE, Bischof Michael Bünker, die schwedische Erzbischöfin, Antje Jackelén, der ungarische Bischof Tamás Fabiny und der Moderator der italienischen Waldenser, Eugenio Bernardini, wie in ihren Kirchen das 500-jährige Reformationsjubiläum begangen wird und welche Impulse von der Reformation noch heute ausgehen. Daneben wurde angesichts der vielen aktuellen europapolitischen Herausforderungen die Frage diskutiert, inwiefern das Erbe und die Errungenschaften der Reformation heute dazu beitragen können, notwendige politische Reformen anzugehen. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Europäischen Parlaments, David McAllister, selbst evangelischer Christ, unterstrich, das Europa unserer Tage brauche eine geistige Reformation.

Zum Abschluss der Konferenz fand im Europäischen Parlament, veranstaltet von der EKD, der Kreativen Kirche und dem Europaabgeordneten Herbert Reul, unter großem Anklang der Öffentlichkeit die Aufführung des „Pop-Oratoriums Luther“ über Leben und Wirken des Reformators statt. Anschließend wurde die Delegation der europäischen evangelischen Kirchenführer unter der Leitung des Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm und Bischof Michael Bünker von dem neu gewählten Präsidenten des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani, empfangen.

Hannover/Brüssel, 7. März 2017

Pressestelle der EKD
Carsten Splitt

Schulwechsel – „Das wird bestimmt so richtig spannend“

Dienstag, den 23. August 2016

Schulwechsel

Neuer Lehrstoff, fremde Mitschülerinnen und Mitschüler und ein unbekanntes Gebäude: Der Wechsel auf die weiterführende Schule ist für Grundschüler wie Robert ein großer Schritt. Die evangelischen Kirchen in NRW begleiten die Kinder daher mit dem Projekt „Unterwegs in Gottes Welt“.

Macht Mut: Das Projekt "Unterwegs in Gottes Welt"Macht Mut: Das Projekt "Unterwegs in Gottes Welt"

Robert hat sich bereits einen Eindruck von seinem zukünftigen Klassenzimmer verschaffen können. „Da ist es viel ordentlicher als in meiner alten Schule“, hat der Zehnjährige bei einem Schnuppertag des Aggertal-Gymnasiums im oberbergischen Engelskirchen festgestellt. „Es gibt Regale mit Büchern in einer Reihe und sogar Computer“, erzählt der angehende Fünftklässler. „Bei uns in der Grundschule lagen dafür immer Malsachen herum, überall hingen bunte Bilder, und es gab viel Gebasteltes“, vergleicht er. Und für ihn steht fest: „An der neuen Schule wird jetzt richtig gelernt.“ Robert hat auch mitbekommen, dass er nach den Sommerferien einige neue Schulfächer bekommen wird. „Aber ich weiß noch gar nicht, welche das genau sind, und da bin ich schon ein bisschen aufgeregt.“

Neuer Lehrstoff, andere Mitschülerinnen und Mitschüler und ein unbekanntes Gebäude: Der Wechsel von der Grundschule auf eine weiterführende Schule sei für die Kinder ein sehr großer Schritt, weiß Pfarrerin Hanna Sauter-Diesing, Schulreferentin des Evangelischen Schulreferats Duisburg-Niederrhein und für den Schulamtsbezirk Kleve zuständig. „Es ist dann schön, wenn ihr Weg in den weiteren Lebensabschnitt mit einem Gottesdienst beginnt, bei dem sie Schutz und Segen erfahren.“ Die Schulreferentin wird daher in der ersten Woche des neuen Schuljahrs an zwei weiterführenden Schulen ihre Gottesdienste mithilfe der Materialien des Projekts „Unterwegs in Gottes Welt“ gestalten. Diese Arbeitshilfe der evangelischen Kirchen in Rheinland, Westfalen und Lippe hat sie auch an einige Lehrkräfte in ihrem Kirchenkreis weitergegeben.

Unsicher sind auch die Erwachsenen

Das Projekt „Unterwegs in Gottes Welt“ ist erstmals 2015 für die Einschulung in die Grundschule angeboten worden. In diesem Jahr gibt es nun außerdem Materialien für die Gottesdienste und den Religionsunterricht für die rund 150.000 Kinder, die in Nordrhein-Westfalen auf eine weiterführende Schule wechseln. Im Mittelpunkt steht dabei die biblische Geschichte von Rut und Noomi. Das alttestamentliche Geschehen um eine junge Frau, die ihre Schwiegermutter begleite, um ihr beim Verlassen der bisherigen Heimat beizustehen, scheine nur auf den ersten Blick nicht zur Situation von Fünftklässlern zu passen, meint Hanna Sauter-Diesing. Doch die Geschichte sei kindgerecht aufbereitet. „Sie erzählt von Menschen, die Altbekanntes verlassen, die einen Weg beschreiten, auf dem es kein Zurück mehr gibt und die schließlich an einen Ort gelangen, an dem bereits ein festes Gefüge existiert.“

Der zehnjährige Robert ahnt, dass es ihm ähnlich gehen wird: „Meine neue Schule ist sehr, sehr viel größer als meine Grundschule. Es gibt da viele ältere Schüler, die sind ja eigentlich schon erwachsen.“ Und er vermutet: „Die Großen werden uns Kleine wahrscheinlich gar nicht beachten.“ Der Schulwechsel riefe nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei Eltern und Lehrkräften ein Gefühl der Unsicherheit hervor, sagt Schulreferentin Sauter-Diesing. Das werde bei den Gottesdiensten rund um Rut und Noomi ebenso thematisiert, wie die Gewissheit, dass keiner den neuen Weg alleine gehe. Als Symbol dafür gibt es beim Projekt „Unterwegs in Gottes Welt“ kleine Rücksäcke, die den Kindern beim Gottesdienst überreicht werden.

Gottes Segen im Rucksack

„Es ist eine entzückende Idee, dass diese Taschen gefüllt werden mit dem, was ich auf meinem Weg brauche: Gottes Zuspruch und Segen und ein Edelstein als Symbol für all das Gute, das ich mitnehme und das kommen wird“, sagt Hanna Sauter-Diesing. Sie schlägt vor, dass Eltern, Großeltern oder Paten den Kindern außerdem auf Zettel geschriebene Mutmach-Sprüche hinzugeben. Solchen Beistand bräuchten Kinder gerade auch in einer Gesellschaft, in der nur ein höchstmöglicher Schulabschluss die persönliche Zukunft zu sichern scheine. „Unsere christliche Grundhaltung besagt jedoch, dass jedes Kind – auch wenn es keine oder nur schwache Leistung erbringen kann – als geliebtes Kind Gottes und somit als wertvoller Mitmensch seinen Wert hat.“

Bei Gottesdienst und Religionsunterricht werde den Kindern daher auch aufgezeigt werden, wie sie mit Druck umgehen und ihn sogar manchmal umgehen könnten, sagt Hanna Sauter-Diesing. „Denn wir wollen ihnen ja schließlich die Freude am Lernen erhalten.“ Die bringt auch Robert mit in die fünfte Klasse: „Ich freue mich vor allem auf Physik und die Experimente“, sagt er. Und er ist sich sicher: „Das wird bestimmt so richtig spannend.“

Quelle: ekir.de

"Terrorakte sind Gotteslästerung"

Donnerstag, den 28. Juli 2016

(bv/28.07.2016-15:20)

Oberberg – Der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises an der Agger, Jürgen Knabe, fordert angesichts der Terrorgefahren zu Besonnenheit und dem überkonfessionellen Eintreten gegen jede Form von Gewalt auf.

Von Bernd Vorländer

OA: Wie geht es Ihnen, wenn Sie die Bilder von Amokläufen und Terror im Fernsehen sehen?

Knabe: Ich bin wie alle Menschen tief erschüttert und entsetzt. Dass sich dies offenbar auch in unserem Land ausweitet, besorgt mich sehr. Zugleich habe ich mich gefragt, was der Beitrag der christlichen Kirchen sein kann, um ein friedliches Miteinander der Religionen zu gewährleisten. Terrorakte haben mit Glaube und Religion nichts mehr zu tun. Sie sind Gotteslästerung.

OA: Viele Menschen bekommen Angst angesichts der schlimmen Bilder. Sämtliche Täter der vergangenen Wochen hatten einen Migrationshintergrund. Befürchten Sie, dass alle Migranten jetzt in einen Generalverdacht geraten?

Knabe: Das könnte passieren – und das wäre schlimm. Pauschalverdächtigungen könnten eine Folge der Ereignisse sein. Wir sollten besonnen sein in unserem Urteil und uns dabei nicht von Emotionen leiten lassen. Die Strategie der islamistischen Terroristen hat sich verändert. Zunächst wollte man an symbolischen Orten wie beim Angriff auf das World Trade Center 2001 Zeichen des Terrors setzen, heute soll jeder an jedem Ort Opfer werden können. Natürlich müssen wir als Gesellschaft entschlossen gegen Gewalt vorgehen und handeln.

OA: Was sagen Sie den Menschen, die sich darum sorgen, dass viele Flüchtlinge nicht registriert wurden und die zunehmend bezweifeln, ob die bisherige Flüchtlingspolitik zum Erfolg führen kann?

Knabe: Ich bin davon überzeugt: 99,99 Prozent der Menschen, die zu uns kommen, sind selbst vor dem islamistischen Terror, vor Bedrohung und unmenschlichen Lebensumständen geflohen. Sie sind Opfer, sie bitten um Hilfe und sind friedliebend. Niemand kann allerdings ausschließen, dass sich in äußerst geringer Zahl auch Gewalttäter unter denjenigen befinden, die eingereist sind. Hier muss zum einen der Staat prüfen, was an zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen jetzt geboten ist. Zum anderen müssen wir als Gesellschaft noch viel stärker Maßnahmen auf den Weg bringen, um Menschen, die bei uns Schutz suchen, durch Sprache, Bildung und Gemeinschaftsaktionen zu integrieren. Das bedarf Anstrengungen auf beiden Seiten. Natürlich müssen alle Menschen, die zu uns kommen, unsere Werte anerkennen: die Menschenwürde, Persönlichkeitsrechte, die Tatsache, dass Mann und Frau gleiche Rechte haben, wie auch die Religions- und Meinungsfreiheit. Und sie müssen selbstverständlich unsere Gesetze einhalten.

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OA: Müssen nicht die unterschiedlichen Religionen verstärkt nach außen sichtbar machen, dass bestimmte Werte religionsübergreifend gelebt werden – etwa, dass man gemeinsam Gewalt ablehnt und kein Glaube sich über den anderen erheben darf?

Knabe: Genau dies ist mein Ziel, wenn wir nach den Sommerferien unser nächstes großes Treffen der Religionen haben. Wir müssen einer pauschalen Kategorisierung und Verurteilung von Religionen entgegenwirken. Terror ist Pervertierung von Religion. Der Kombination von Religion und Gewalt müssen wir nachdrücklich entgegentreten. Religiöser Fundamentalismus gefährdet den Friedensbeitrag der Religionen. Es ist alles dafür zu tun, Religionskonflikte zu vermeiden. Alle Religionen müssen sich mit ihren Heiligen Schriften selbstkritisch auseinandersetzen und ihr Friedenspotenzial zum Kern des Zusammenlebens machen.

OA: Auch Kirchen werden – wie in Frankreich – Ziel des Terrors. Braucht es hier besonderen Schutz?

Knabe: Das wäre eine Horrorvorstellung, denn gerade Kirchen sind ja offen. Praktisch lässt sich ein solcher Schutz nicht umsetzen und wir Christen wollen keine bewachten Kirchentüren. Wichtig ist jetzt, dass wir besonnen urteilen, entschlossen handeln und die Politik der Liebe und Barmherzigkeit fortsetzen. Hier vertraue ich darauf, dass Gott uns nicht den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit schenkt.

Quelle: Oberberg Aktuell, 28.07.2016

Gut angekommen! Müde, aber fröhlich!

Sonntag, den 10. Juli 2016

Deutlich vor der geplanten Ankunftzeit, erreichten unsere Busse um 5:15 Uhr den Hafen von Harlesiel. – An der Raststätte Tecklenburger Land hatten wir frühzeitig eine Rast von 45 Minuten gemacht. Anschließend konnten wir auf fast leeren Straßen ordentlich Kilometer machen. Unsere Fähre legte pünktlich um 6:30 Uhr ab.

Am Bielefelder Haus wurden wir herzlich, mit einer flatternden Jubiläumsfahne und einen leckeren Frühstück begrüßt.

Auf unser Gepäck mussten wir auch nicht lange warte. Gemeinsam wurde der Gepäckhänger geleert. Momentan sind alle dabei ihre Zimmer zu beziehen.

Wir sind müde, aber fröhlich!

„Wangerooge-Fieber“

Dienstag, den 5. Juli 2016

Gospeltime in der InselkircheDie meisten können es kaum abwarten, zählen schon seit Monaten die Wochen und Tage bis zur Abfahrt auf die Insel und nicht wenige „Dauerteilnehmer“ sind seit Jahren mit dem unheilbarem „Wangerooge-Fieber“ infiziert. Zum 15. Mal findet in diesem Sommer die Wiedenester Inselfreizeit statt. Rund 100 Kinder, Jugendliche und Teamer aus dem Oberbergischen Kreis freuen sich auf das für sie schönste Fleckchen Sand und Erde im Nationalpark Wattenmeer. Die Evangelische Kirchengemeinde Wiedenest bietet die alljährliche „Sommerfrische“ für Teilnehmer von 8 – 18 Jahren seit 2001 im Bielefelder Haus an. Lässt man all die Jahre mal Revue passieren, dann bedeutet das in Zahlen: 1500 Feriengäste aus dem Oberbergischen, über 3000 Koffer, Rucksäcke und Kuscheltiere, 1500 Mal Bettenbeziehen, 22.500 Verpflegungstage für das Bielefelder Haus, gut 60.000 € Taschengeld was auf der Insel ausgegeben wird usw. Aber auch rund 450 Spiel- und Aktionsprogramme für Nachmittage und Abende, mal nur für die kleineren, mal extra für die größeren und auch mal für die gesamte Gruppe geplant und durchgeführt.

15 Jahre Inselfreizeit bedeuten bei dieser Gruppe auch, dass sie mehr als 200 Vormittage in der Nikolai Kirche der Ev. Kirchengemeinde Wangerooge verbracht haben. Dort wird gemeinsam gesungen und nachgedacht, die Bibel in Geschichten und Gedanken hinterfragt und ein buntes Programm zum Erleben und Weiterdenken nicht nur für Freizeitteilnehmer angeboten. Die Kirche steht offen und immer mal wieder kommen auch Urlauber hinzu, um diese Gemeinschaft mitzuerleben oder einfach nur zu genießen. Der sonntägliche Gottesdienst in der Mitte der Freizeit wird gemeinsam mit Inselpfarrer Günter Raschen als großer Urlauber-Insulaner-Freizeit-Familiengottesdienst gefeiert.

Wangerooge ist der ideale Ort für Spiel und Spaß quer über die ganze Insel, für Sport am Strand, für Toben in den Wellen, für Erholung im Wind, für Zeit miteinander und füreinander. Und dass diese „legale Droge“ süchtig macht, damit wollen und können die Wiedenester gut leben und freuen sich schon auf das, was die nächsten 15 Jahre bringen werden…

Inke Armbröster

Das individuelle Ritual

Donnerstag, den 7. April 2016

Die Taufe ist für viele noch selbstverständlich. Bei der Gestaltung vollzieht sich allerdings ein Wandel

Taufe im Langener Waldsee (epd-Bild/Thomas Lohnes)

Eine Taufe im Langener Waldsee bei Frankfurt. (Foto: epd-Bild/Thomas Lohnes)

Frankfurt a.M./Bensheim. Die Taufe ist unter den Kirchenmitgliedern weiter beliebt: 89 Prozent der Befragten sagten bei der jüngstenMitgliedschaftsuntersuchung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) 2014, dass sie ihr Kind taufen lassen wollen. Dennoch zeichnet sich bei dem traditionellen Sakrament ein Wandel ab. So sei ein Pfarrer schon mal gebeten worden, bei der Grillparty im Garten auch ein Kind zu taufen, berichtet der Marburger Theologieprofessor Karl Pinggéra. Immer häufiger sind Taufen außerhalb von Kirchen gefragt.

Der gesellschaftliche Trend einer Individualisierung mache auch vor dem Sakrament nicht halt, erklärt Pinggéra. Zunehmend gehen die Kirchen auf solche Wünsche ein. So feiere die evangelische Kirche in Kassel seit 2012 jährlich ein Tauffest an verschiedenen Stationen im Unesco-Weltkulturerbe Bergpark Wilhelmshöhe, berichtet die Marburger Theologieprofessorin und Ausbildungsreferentin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Regina Sommer. Zudem gibt es Tauffeste an Seen.

Bewusste Entscheidung

Als Motive für besondere Tauffeiern führt Sommer an, dass Taufwillige die Feier stärker mitgestalten und eine besondere Atmosphäre erleben wollten. Auch täten sich Kirchendistanzierte und Menschen mit anderen Lebensformen als der traditionellen Familie manchmal schwer, vor eine Kirchengemeinde an den Altar zu treten. Dass die Taufe auch die Aufnahme in eine Ortsgemeinde bedeutet, tritt hinter das Erlebnis zurück.

Zu den Neuerungen gehört auch ein höheres Taufalter. Eltern ließen ihre Kinder immer häufiger später taufen, erläutert Sommer. Nach der jüngsten EKD-Statistik sind von den 178.000 Taufen im Jahr 2014 zwar noch mehr als 90 Prozent Kindertaufen gegenüber knapp zehn Prozent Erwachsenentaufen. Aber nur knapp zwei Drittel der Kindertaufen finden noch im ersten Lebensjahr statt.

Die Eltern begründeten einen späteren Vollzug der Taufe damit, dass das Kind selbst entscheiden solle, erläutert Sommer. Viele Kirchenmitglieder sähen die Taufe nicht mehr als selbstverständliches Ritual an, sondern als eine bewusste Entscheidung, die gegenüber anderen begründet werden müsse.

Passend zum Zeitgeist

Der Mainzer Theologieprofessor Kristian Fechtner sieht das Argument für die Aufschiebung der Taufe, die Kinder sollten später selbst darüber entscheiden, kritisch. Die Eltern müssten ständig Entscheidungen für ihre Kinder treffen, etwa über den Eintritt in einen Sportverein oder in die Musikschule, und diese später verantworten, sagt er. Ohne mit etwas vertraut gemacht worden zu sein, könne ein Kind später schwerlich eine Entscheidung treffen. Die Kirchen sollten das Gespräch mit Eltern darüber suchen, dass Menschen nicht allein aus eigener Kraft lebten, und dass ihnen in der Taufe etwas mitgegeben werde, rät der Theologe.

Trotz der Pluralisierung der Gesellschaft sei das Sakrament "ungeheuer breit akzeptiert", sagt Fechtner. Denn die Taufe passe gut zum Zeitgeist: So sei sie ein Ritus, der einem Menschen individuell zuteilwerde und seinen Namen mit dem Namen Gottes verbinde. Auch sei es vielen Eltern ein Anliegen, im Wissen um die Grenzen der Fürsorge eine höhere Macht um Beistand für ihr Kind zu bitten. Schließlich sei es Kirchenmitgliedern wichtig, dass ihr Kind zu einer Gemeinschaft gehöre, die Sinn stifte.

Erinnerungsfeste für die Zeit danach

Die Kirchen reagieren auf den gesellschaftlichen Wandel. So schreiben Gemeinden Eltern bei der Geburt ihres Kindes an und laden sie zu Abenden über Tauf- und Erziehungsthemen ein, wie Sommer erläutert. Mancherorts erhalten Eltern zu den jährlichen Tauftagen ihres Kindes Post mit Anregungen zur Erinnerung. Kinder werden zu Tauferinnerungsfesten oder im Grundschulalter zu einem Kurs über Taufe und Abendmahl eingeladen, Jugendliche und Erwachsene zu Erinnerungsgottesdiensten.

Die Veränderungen in der Taufpraxis haben auch innerprotestantisch das gegenseitige Verständnis der Kirchen verbessert, die entweder auf der Säuglings- oder auf der Erwachsenentaufe beharrten, sagt der Referent für interkonfessionellen Dialog der hessischen evangelischen Landeskirchen, Jörg Bickelhaupt. So erkenne die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau die Erwachsenentaufe als gleichwertig an, und manche Baptistengemeinden nähmen inzwischen auch Säuglingsgetaufte im Rahmen einer "offenen Mitgliedschaft" ohne Erwachsenentaufe auf.

Jens Bayer-Gimm (epd)

Studie: Konfirmation fördert Zivilgesellschaft

Donnerstag, den 7. April 2016

Die Konfirmation leistet einer Studie zufolge über die kirchliche Sozialisation hinaus einen wichtigen Beitrag für die Zivilgesellschaft. Dieses Fazit zieht der Bamberger evangelische Theologieprofessor Henrik Simojoki aus einem Forschungsprojekt, an dem mehr als 28.000 Konfirmandinnen und Konfirmanden in neun europäischen Ländern teilgenommen haben. "Das weit verbreitete Klischee, man lasse sich nur wegen der Geschenke konfirmieren und hake den Termin ansonsten ab, konnte in unserer Studie empirisch nicht bestätigt werden", heißt es in einer
Mitteilung der Universität Bamberg vom Dienstag.

Die Studie weise erstmals empirisch nach, dass die Konfirmandenarbeit Zusammenhalt schaffe, prosoziales Handeln fördere und zu ehrenamtlichem Engagement anrege. Fast 60 Prozent aller Befragten gaben an, dass sie während ihrer Konfirmationszeit erfahren hätten, wie wichtig ihnen Einsatz für andere sei. "Besonders aufgrund der Auseinandersetzung mit ethischen Fragen, der Ausbildung einer Gemeinschaft und vor allem durch den eigenen Kontakt mit Ehrenamt während der Konfirmationszeit wollen sich viele ehemalige Konfirmandinnen und Konfirmanden danach selbst engagieren", schreibt Simojoki.

Für den Inhaber des Lehrstuhls für evangelische Theologie mit Schwerpunkt Religionspädagogik und Didaktik an der Universität Bamberg sind länderspezifische Unterschiede besonders aufschlussreich. So wollten nur elf Prozent der dänischen Befragten nach ihrem Festtag ehrenamtlich in der Kirche arbeiten, aber 32 Prozent der deutschen und 45 Prozent der finnischen. Die Studie zeige, dass die Konfirmanden die jugendlichen Betreuer als Vorbild nähmen: "Je mehr Ehemalige ehrenamtlich in der Konfirmationszeit mitwirken, desto größer ist die Motivation für die Konfirmandinnen und Konfirmanden, sich nach der Konfirmation auch selbst einzubringen."

Henrik Simojoki ist Teil des deutschen Teams, das mit Wissenschaftlern aus neun europäischen Ländern die Nachhaltigkeit der Konfirmandenarbeit erforscht hat. Mehr als 28.000 Konfirmandinnen und Konfirmanden, über 4.100 kirchliche und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen sowie 1.635 Konfirmationsgruppen in Dänemark, Deutschland, Finnland, Norwegen, Österreich, Schweden, der Schweiz sowie Polen und Ungarn haben anonymisierte Fragebögen für das Forscherteam ausgefüllt – zu Beginn und am Ende der Konfirmandenzeit sowie zwei Jahre danach. Das Projekt über Jugend und Religion ist damit eine der größeren europäischen Jugendstudien.

epd.de (Evangelischer Pressedienst)

JOINED IN PASSION (Konzert)

Donnerstag, den 10. März 2016

Lieder und Texte zur Passion

Musik: H. Jost & Oberberg Gospel Choir
Texte: Roland Armbröster

Eine Gospelmesse „joined in passion“ präsentieren Helmut Jost und der Oberberg Gospel Choir. JOINED IN PASSION bedeutet „in Leidenschaft verbunden“ und genau das verspricht dieses Gospelkonzert. Leidenschaftlicher Gesang und impulsgebende Texte, die von dem „leidenschaftlichen“ Leben und Leiden Jesu Christi erzählen.  Sowohl die zerbrechlichen, zarten Seiten als auch die mächtigen, stimmgewaltigen Momente werden von Jost und seinem Chor mit all ihrer Dynamik eindrucksvoll zur Geltung gebracht. Die vielfach mitsingbaren Lieder und die Texte und Geschichten lassen dieses Konzert zu einem Gottesdienst werden.


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