Die Anfänge der Initiative
»Den Kindern von Tschernobyl«
von Katja Pohl

Vor mehr als 30 Jahren geschah das Unvorstellbare: Im Sommer 1986 ereignete sich die Katastrophe von Tschernobyl. Ein Reaktorunfall, dessen Folgen noch heute zu spüren sind, unter denen noch heute unzählige Menschen, vor allem Kinder leiden. Damals ging eine radioaktive Wolke über dem etwa 70 Kilometer entfernten weißrussischen Gomel nieder und verseuchte ganze Landstriche. Immer noch leiden die Kinder dort unter Leukämie, Schilddrüsenkrebs und anderen Blutkrankheiten.

Vor nunmehr 20 Jahren wurden wir darauf aufmerksam, dass eine Gemeinde im Kirchenkreis An der Agger  eine Gruppe von Müttern mit ihren Kindern aus Gomel eingeladen hatte, sich im Oberbergischen zu erholen. Wir lernten diese Gruppe kennen, erfuhren von ihrer Arbeit, beschlossen, auch etwas tun zu wollen.

1998 ist die Idee zur Initiative aus dem Diakonieausschuss der evangelischen Kirchengemeinde Wiedenest heraus entstanden. 1999 konnten wir zum ersten Mal Mütter und ihre Kinder einladen. Wir ermöglichten ihnen Ferien in frischer Luft, mit vitaminreichem Essen und gaben ihnen ein Gefühl der Wertschätzung. Zunächst wohnten die Kinder und ihre Mütter in Gastfamilien, später im CVJM-Haus in Höh.

2001 besuchten wir zum ersten Mal die Menschen in Gomel, kamen dort ins Gespräch und konnten uns einen direkten Eindruck der Situation vor Ort verschaffen.

2004 war es uns möglich, einen Krankenwagen an das Krankenhaus in Gomel zu übergeben.

2016 erhielten wir den Bürgerpreis der Bergneustädter CDU.
Am Ewigkeitssonntag findet seit vielen Jahren unser Basar im Wiedenester Martin-Luther-Haus statt. Außerdem sind wir regelmäßig am 1. Mai mit einem Stand auf dem Pernzer Flohmarkt vertreten. Den Erlös verwenden wir für die nächste Einladung und für Obst und Geschenke, die alljährlich im Rahmen einer Weihnachtsfeier von der mit uns kooperierenden Elterninitiative „Kinder-Hämatologie“ an die Kinder im Krankenhaus Gomel und notleidende Familien weitergegeben werden.

Heute:
Noch immer laden wir im Juli Kinder mit ihren Müttern, begleitet von einer Übersetzerin und einem Arzt ein. So konnten wir im Laufe der 20 Jahre unseres Bestehens rund 100 Kindern erholsame Ferien mit einem bunten Programm ermöglichen.

Ein großer Dank gilt dabei allen, die uns durch ihr ehrenamtliches Engagement oder ihre Spenden in vielfältiger Form unterstützt haben. Ohne diese Menschen hätten wir nicht in dieser Form helfen können.

15 Mitglieder zählt unsere überkonfessionelle Initiative aktuell. Nach wie vor finanzieren wir unsere Arbeit ausschließlich durch Spenden und die Verkaufserlöse bei Basar und Flohmarkt.
Seit 2008 bis heute wohnen unsere Gäste im Käte-Strobel-Haus in Oberrengse und fühlen sich dort immer sehr wohl.
Die Kinder lieben das Schwimmbecken, spielen fröhlich auf dem Gelände und genießen ihre Tage im Oberbergischen mit diversen Ausflügen und Besuchen im Eiscafé oder dem Affen- und Vogelpark. Geburtstage wurden schon gefeiert, Freundschaften geschlossen. Die Kinder bei ihrem unbeschwerten Treiben zu beobachten, ist uns eine Herzensfreude.
Kinder, die vor 20 Jahren bei uns waren, haben inzwischen eigenen Nachwuchs,
oder berichten uns davon, dass sie studieren.
Unsere Arbeit wird nach wie vor gebraucht, denn auch heute noch sind überdurchschnittlich viele Kinder in Gomel krank, müssen Monate ihres jungen Lebens im Krankenhaus verbringen. Daher hoffen und zählen wir weiterhin auf die Unterstützung unserer zahlreichen Wegbegleiter und Freunde. 20 Jahre Initiative »Den Kindern von Tschernobyl« – vieles konnten wir bewegen, vieles möchten wir noch bewegen. Und die vielen freudig lachenden Kinder, denen wir ein kleines bisschen Glück schenken, machen auch uns glücklich.

Vorfreude auf die Gäste aus dem weißrussischen Gomel

Und so sind auch im Jubiläumsjahr wieder Gäste aus Gomel eingeladen, sich im Oberbergischen zu erholen.
Die Kinder mit ihren Müttern und den begleitenden Ärzten sind vom 14.07. bis 05.08.2018 hier, wohnen im Käthe-Strobel-Haus in Lieberhausen und erleben das lang und liebevoll vorbereitete Ferienprogramm der Teammitglieder der Initiative.

Das Jubilläum wird gefeiert!

Festgottesdienst
29. Juli 2018, 10:00 Uhr  
Kreuzkirche Wiedenest

Im Anschluss an den Gottesdienst
(ca. 11:15 Uhr) feiert die Initiative ihr 20-jähriges Bestehen mit einem Rahmenprogramm und einem gemeinsamen Imbiss.

Neben den Gästen aus Gomel und einigen anderen Ehrengästen lädt die
Initiative alle Gemeindemitglieder zu dieser Feierstunde ein.

Zur besseren Planung bitten wir Sie, sich telefonisch bis zum 1. Juli 2018 anzumelden, wenn Sie dabei sein wollen:
Gudrun Irle, Telefon: (02261) 41257.

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Foto Frühjahr 2018
Fast alle aktuellen Mitstreiter sind auf diesem Foto zu sehen: Renate Achenbach, Detta Anders, Hans Bockemühl, Margot Bockemühl, Natalia Born, Marianne Clemens, Alexander Eigenseer, Natalia Eigenseer, Gerda Engels, Ellen Görler, Gudrun Irle, Klaus Krumme, Suse Krumme, Diana Lemmer, Christina Müller, Helga Stoffel
Darüber hinaus gehören noch zum engeren
Planungsteam: Nanette Mai und Irmgard Schweitzer
Zudem unterstützen noch viele weitere Mitstreiter die Initiative.

Bei Interesse an unserer Arbeit schreiben Sie kurz eine Mail und wir setzen uns mit Ihnen in Verbindung!

Die Redaktion des KIWI-Jahrbuchs 2016 in unserer Gemeinde, führte ein Interview über die Anfänge und die laufende Arbeit der Initiative. Dieses Interview finden Sie hier.

Die Katastrophe
In diesem Jahr jährt sich die Katastrophe von Tschernobyl (auch: Super-GAU von Tschernobyl) zum 32. Mal. Sie ereignete sich am 26. April 1986 im Kernkraftwerk Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prypjat an der Grenze zu Weißrussland, als Folge einer Kernschmelze und Explosion im Kernreaktor Tschernobyl Block 4.

Sie galt als bisher schwerste nukleare Havarie und als eine der schlimmsten Umweltkatastrophen.

© hkt.kidshilfe.de

Wissenswertes zur Katastrophe
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Katastrophe von Tschernobyl
Tschernobyl, Fakten, Ursachen
Die Folgen von Tschernobyl

© Marianne Clemens© Marianne Clemens

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