Time out

Von Roland Armbröster am Donnerstag, 25.07.2019 um 22:10 Uhr, in der Kategorie Aktuell, Inselfreizeit, Tagebuch, W'rooge AKTUELL.

Eine Auszeit brauchen wir mittlerweile fast alle, so dass wir heute kurzfristig als Team beschlossen hatten, die Mittagspause entsprechend zu verlängern und sich erst um halb vier strandfertig hinterm Haus zu treffen. So blieb viel Zeit zum Ausruhen, Lesen, Spielen und nach Bedarf auch tatsächlich Schlafen. Die meisten hatten heute bereits nach der Gospeltime die Zeit bis zum Mittagessen genutzt, noch notwendige Besorgungen im Dorf zu erledigen, denn in der Mittagshitze noch einmal loszugehen, nur um ein Getränk oder Chips zu kaufen, schien der Hitze- Nutzen-Rechnung nicht standzuhalten. Die Idee kam von unseren großen Jungs, und so öffnete die Lagerbank heute ausnahmsweise Mal direkt nach dem Frühstück, so dass auch alle mit genügend Geld unterwegs sein konnten.

Der heutige Strand- und Badeausflug war dann auch als freies Programm angekündigt und im zeitlichen Umfang stark eingeschränkt, da wir nicht allen die doch recht hohen Ozonwerte und UV- Strahlung zumuten wollten. Der Rest der Mannschaft blieb einfach am Haus, übte für den morgigen Abschlussabend, las endlich mal mehr als drei Seiten in einem Buch oder forderte seine Freunde strategisch heraus beim Risiko-Spiel. Die Zeit am Strand wurde mal wieder für ausgiebige Buddeleien und Plantscherein genutzt, es gab „betreute Schwimmzeit“ (Achtung! Insider…) und auch mit nur 1 ½ Stunden genügend Zeit zum Chillen, Abkühlen und so richtig nass werden.

Auch das jetzige Abendprogramm könnte man eher als „Time out“ bezeichnen, nicht nur für die Kinder. Es gab für alle die Möglichkeit, sich einfach jetzt noch Mal ins Dorf abzumelden. Ein Stück Pizza auf die Hand, ein leckeres Eis an der Promenade, Fotos am Strand, vielleicht ein kühles Getränk oder ein Besuch auf dem Strandspielplatz – egal. Jeder darf heute das machen, was er möchte, solange es im Rahmen unserer Regeln geschieht. Abmelden mindestens zu dritt, sich an die abgesprochenen Zeiten halten, mehr gibt es da eigentlich nicht zu beachten. Zudem gibt es „betreuten Spielplatzbesuch“ oder Fotos von den vergangenen Tagen schauen im Speisesaal. Und auch ein paar unserer Teamer nutzen die freie Zeit, und sind an der Promenade etwas trinken und Zeit genießen gegangen. So haben wir auch gleichzeitig Ansprechpartner für unsere Kidies im Dorf, denn die dürfen ja bis zu einem gewissen Alter abends gar nicht alleine draußen sein. Da „opfern“ sich schon mal Teamer, um auch hier die Betreuungslücke zu schließen. Andere sitzen im „Mitarbeiterbüro“ und genießen die Ruhe im Haus, um euch einen passenden Bericht vom heutigen Tag nach Hause schicken zu können. Und ein paar der Kinder sind auch tatsächlich heute Abend einfach nur im Haus geblieben, spielen Gesellschaftsspiele, nutzen die verlängerte Handyzeit und genießen wahrscheinlich auch die Ruhe um sie herum. 14 Tage Dauerberieselung, nie wirklich alleine sein können, ein ganz anderer Tagesrhythmus als zu Hause, sich mit so vielen verschiedenen Menschen auseinandersetzen zu müssen, sein Zimmer mit bis zu vier anderen zu teilen und selbst beim Zähneputzen nicht alleine zu sein – das kann auch wirklich anstrengend sein.

Die Gospeltime heute drehte sich wieder um Martin Luther King und sein „I have a Dream“. Wie war sein Leben? Wie endete sein Leben? Was hat er erreicht? Was war Martins Traum und was davon ist wahr geworden? Was hätte er wohl zu einem Präsidenten wie Obama gesagt? Ein wahr gewordener Traum? Anerkennung und Gleichstellung der Farbigen? In Anspielen konnten die Kidies und Pubis selbst versuchen darzustellen, wie es wohl ist, wenn plötzlich ein Traum wahr wird. „Ich hab den Traum, dass bald ein Geist der Liebe weht…“ heißt es in Martins Lied aus dem MLK-Musical, das im Februar uraufgeführt wurde, „dass man mit Leidenschaft und Mut den Willen Gottes hört und tut!“ Starke Worte in einer starken Rede Kings, umgesetzt in populäre Musik, die mitnimmt und verstehen hilft, was King wollte. „Mein Traum ist der, dass man sich als Geschwister schätzt, sich gleich und fair an Gottes Tisch des Friedens setzt… Das ist mein Traum, das ist mein Ziel, meine Vision!“ Ist es nicht auch das, was wir den Kindern hier zeigen, vermitteln und vorleben möchten? Den anderen so zu nehmen und zu respektieren, wie er ist? In all seiner Andersartigkeit und Eigenart? Wie Geschwister, die man sich auch nicht aussuchen kann – alle geliebt vom gleichen Vater…

Auch unser Foto- und Filmteam hatte heute einen Time-Out-Tag. Aus diesem Grund gibt es von diesem Tag nur ein paar wenige Fotos.
Vom morgigen Tag wird es dann wieder umso mehr Fotos geben!
Freut Euch drauf!


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