Ente, Ente, Ente

Von Roland Armbröster am Dienstag, 23.07.2019 um 14:56 Uhr, in der Kategorie Aktuell, Inselfreizeit, Tagebuch, W'rooge AKTUELL.

Nein, dies ist keine Zeitungsente aus dem bekannten Sommerloch der deutschen Presseagentur. Tatsächlich wurden mehrere Enten im Dorf entdeckt, die allesamt die Zeitreise vom Sonntag scheinbar sehr persönlich genommen haben und sich – angeregt durch unserer tollen Verkleidungen- ebenfalls alle ihren Neigungen entsprechend verkleidet hatten. Eine Tiroler Ente, eine Batman Ente, eine Elefant Ente, eine Einhorn Ente, eine Teufels Ente, eine Kürbis Ente, eine Ninja Ente und noch viele mehr tummelten sich in Restaurants, Schaufenstern und mehr oder weniger gut sichtbar versteckt. Jede einzelne hatte eine Jahreszahl zugeordnet bekommen, diese wiederum erzählte einen Teil der Geschichte Wangerooges. Wenn nun die Kinder eine Ente entdeckt hatten, mussten sie mit der Jahreszahl zu einer der sechs Spielstationen gehen, um dort ein Spiel zu machen und dann den passenden Geschichtsteil für ihr Wangerooge–Enten–Geschichts–Memory zu bekommen. Da wurden Luftballons mit Füßen innerhalb der Gruppe weitergegeben, Staffellauf mit dem Luftballon zwischen den Beinen gab es und eine Aufblasen-Zuknoten-Draufsetzen-Platzen lassen- Staffel. Wattepusten, Strohhalm Parcour, Frisbee werfen mit Bierdeckeln und Füßen, Einbeinhüpfen und Dreibeinlauf. Es gab verschiedenste Bierdeckelstaffeln, ob auf dem Kopf balancierend oder zwischen den Knien als Känguruh Lauf. Aus Domino Steinen musste ein möglichst hoher Turm gebaut, Domino-Augen mussten schnell zusammengerechnet, Dominosteine blind ertastet oder richtige Gebäude aus Dominosteinen errichtet werden. Und an einer Station wurden verschiedenste Spiele mit leeren und auch vollen Bechern gespielt. Pyramiden bauen, Krampen-Becherschießen, Wasserbechertransport auf Tischtennisschlägern oder Turmbau mit Bechern auf Zeit. Wie gesagt, für jedes geschaffte Spiel gab es eine neue Geschichtsinfo für die Kinder. So konnten sie erfahren, dass bereits seit 1949 die Möglichkeit besteht, nicht nur „um den Pudding zu gehen“, wie man in einigen Landstrichen zu kleinen Spazierrunden sagt, sondern man konnte am Ende der Fußgängerzone sich nun auch IN das Café Pudding setzen, von dort auf das Meer schauen und herrliche, selbstgebackene Torten verspeisen. Oder dass 1909 der Maler Max Beckmann seine Inspiration auf Wangerooge tankte, die er dann in Nordseebilder, die heute Millionen wert sind, umsetzte. Oder dass Münzen und Krüge aus dem Jahr 16 nach Christus vom damaligen Germanien-Feldzug des großen Germanicus 1597 bei Bauarbeiten hier auf der Insel gefunden wurden. Um 1400 diente die Insel als Depot für Beute und Gefangene, die bei Seeräuberei rund um die Insel gemacht wurden, angelockt von nahe an der Insel vorbeigleitenden Hanseschiffen. Oder wusstet ihr alle, dass 1575 Wangerooge gar nicht zu den ostfriesischen Inseln gehörte? Wangerooge gehört als einzige der Inseln zum Herrschaftsgebiet Oldenburg und noch heute weht Oldenburgs blau-rote Flagge hoch über dem Inseldorf auf der Spitze des alten Leuchtturms. Und wie ist das ganze wunderbare Eiland entstanden? Bereits 3000 v. Chr. , gegen Ende der letzten Eiszeit, schmilzt Norwegens Eispanzer und das Nordseebecken füllt sich allmählich mit Wasser. Ehemalige Festlandteile wie Sylt werden zu Inseln und alle ostfriesischen Inseln sind angeschwemmt aus dem Meer und bilden sich an strömungsarmen Stellen der seichten Nordsee. Ja – hier lernen eure Kinder noch richtig was.

Am Morgen in der Gospeltime haben wir uns noch einmal mit Träumen und Ritualen auseinandergesetzt, diesmal anhand des indianischen Symbols des Traumfängers. Woher kommt er, welche Bedeutung hatte er ursprünglich und welche Bedeutung hat er für uns, denn wir haben festgestellt, dass doch einige von uns einen solchen, in welcher Variation auch immer, bei sich zu Hause haben. Zwei eigene Exemplare haben wir für die Flure der Kinder gebastelt. Die anderen Kinder haben Traumfänger gemalt und gezeichnet und eine große Gruppe war ins Dorf gezogen und hatte sich von Touristen schlechte und gute Träume aufschreiben lassen, welche wir dann symbolisch in den Traumfängern haben fangen lassen.

Den Abend konnten die Kinder dann frei nach Wahl gestalten, es gab das Angebot, Fußball zu spielen, zu malen, auf den Spielplatz zu gehen, noch einmal die Escape Rooms zu versuchen oder Sport am Strand zu machen. Fast zwei Drittel aller Teilnehmer wollte Sport am Strand und sofort kam die Frage auf „Spielen wir Völkerball?!“ Ich denke, dies bedarf keines weiteren Kommentars, oder? Völkerball halt… Und morgen hoffen wir dann, bereits beim Aufstehen die Sonne zu sehen und direkt in kurzen Hosen und Shirts in den Tag starten zu können.


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