Was macht man …

Von Roland Armbröster am Samstag, 20.07.2019 um 22:49 Uhr, in der Kategorie Aktuell, Inselfreizeit, Tagebuch, W'rooge AKTUELL.

…wenn man merkt, dass die Augen der Kinder immer kleiner werden und dass sich die Fälle von „ich hab Bauchweh“ und „ich hab Kopfweh“ häufen? Wenn auch der ein oder andere Teamer bereits beim ins Bett bringen der Kidies droht, mit einzuschlafen? Spontan mit der Küche absprechen, ob es denn nicht möglich sei, am kommenden Tag einfach mal eine Stunde länger zu schlafen und somit erst um 9 Uhr zu Wecken und um halb 10 Uhr zu frühstücken. Für das Haus sind solche internen, spontanen Änderungen zum Glück kein Problem. Es bedeutet ja keine Mehrarbeit. Wir verschieben dann halt das Mittagessen um eine halbe Stunde nach hinten, und schon passt alles auch in den Küchenzeitplan. Was macht man, wenn man merkt, dass für das Singen in der Gospeltime der Laptop fehlt? Dann läuft  einer der Teamer den zum Glück nicht all zu weiten Weg zum Haus zurück und holt ihn. Was macht man, wenn man merkt, dass es einer Teamerin nicht gut geht, sie aber ab Nachmittag voll verantwortlich ist, für einen Teil des Programms? Man steckt sie einfach ins Bett, sagt „zieh dich jetzt mal raus“, bringt ihr Frühstück und Tee ans Bett, umsorgt sie und hofft, dass sie so schnell wieder auf die Beine kommt. Oder eine Teamerin muss dringend noch vor der Gospeltime noch zum Arzt, weil sie ein dringendes Medikament vergessen hat und es ihr echt nicht gut geht? Dann steht sofort ein Teamer parat und begleitet sie, dass ihr auch unterwegs nichts passiert. Und was macht man, wenn sie dann auf das Medikament bis zum frühen Abend warten muss und den Weg ins Dorf aber sicher kein zweites Mal schafft? Dann setzt sich ein anderer aufs Rad und fährt für sie zur Apotheke. Wir sind nicht nur für eure Kinder da in diesen zwei Wochen, sondern auch füreinander. Wir versuchen, den anderen im Blick zu haben, uns bei anstehenden Aufgaben zu unterstützen, und bei Planungen und Umplanungen nicht aus dem Blick zu verlieren und die Launen der anderen nicht gleich persönlich zu nehmen.

Wir sind wirklich ein gutes Team – eigentlich ein Dream Team. Und darum ging es heute auch in unserer Gospeltime. Sich aufeinander verlassen können, sich unterstützen, helfen, motivieren, so wie nur ein gutes Team es schafft, egal ob im Kleinen wie bei Hund und Herrchen oder im Großen wie im Klassenverband oder bei Wickie und den starken Männern. Mit Hilfe der anderen etwas schaffen, wozu man alleine nicht in der Lage wäre, ähnlich wie bei unseren Teamspielen am Anfang der Woche. Oder wie in der Geschichte mit dem Gelähmten, den seine Freunde mit samt seinem Lager packen und ihn zu Jesus bringen, auf dem Weg dorthin sogar noch ein Dach abdecken, damit die Begegnung und damit verbundene Heilung mit Jesus überhaupt erst möglich wird. „Steh auf und geh – der Glaube deiner Freunde hat dir geholfen!“. Asterix und Obelix, Wickie und die starken Männer, das A Team, die Freunde aus der Serie „How I met your mother“ – alles Beispiele für Freundschaften, die nichts auseinanderbringen kann, Freundschaften, die sich gegenseitig erst stark machen und sich zu dem machen, was sie sind – unschlagbar.

Als Team gut zusammenarbeiten müssen unsere Pubis heute sicher auch bei den Escape Rooms. Nach dem Riesen Erfolg im vergangenen Jahr, zeigten sich unsere Teamer auch in diesem wieder hochmotiviert, mit viel Liebe zum Detail Räume zu errichten, die nur durch genaues Beobachten und kombinieren am Ende des Rätsels wieder verlassen werden können. So muss beispielsweise eine fiktive Virusbedrohung der Menschheit abgewendet werden, da der daran arbeitende Forscher und sein Team bei einem Sabotageakt kurz vor Entdeckung des Gegengifts verschwunden sind. Kann der Virus noch stabil gehalten werden? Eure Kinder, allesamt Mitglieder eines Spezialteams der Regierung, müssen die Arbeit der verschwundenen Forscher fertigstellen und das passende Gegenmittel finden, um die Menschheit – nicht nur hier auf der Insel – zu retten. Oder der wohl jedem bekannte Kirchenkritiker Martin Luther muss vor seinen Feinden beschützt werden. Hierfür muss er entführt und versteckt werde. Auf Luthers Spuren wird hier ein Weg gemeinsam aus dem geheimnisvollen Raum gesucht und hoffentlich auch gefunden. „Die Odyssee nach Ninive“ erstreckt sich sogar über zwei Räume, ein „drinnen“ und ein „draußen“. Auch hier gilt es, gesehenes und gefundenes genau zu betrachten, Zusammenhänge herzustellen, Fragen zu stellen und zu beantworten und somit einen Weg aus Ninive zu finden. Taschen werden geöffnet, Zahlencodes erarbeitet, alles genau untersucht, Geheimschriften gelöst und Labyrinthe durchdrungen. In dem vierten Escape Room beschäftigen sich eure Kinder mit dem Pfingstwunder, aber auch hier natürlich nicht einfach mit der Geschichte aus der Bibel, sondern es werden Wachsbotschaften entschlüsselt, Kisten und Kästen gedreht und geöffnet, hinter Mäntel und unter Taschen geschaut und wichtige und unwichtige Dekorations Artikel unterschieden. Hat das Glas auf dem Tisch wirklich eine Bedeutung? Was mache ich mit den verschiedenen Teelichtern? Bin ich auf mich gestellt? Oder steht mein Team mir zur Seite? Wohl selten haben wir Spieleprogramme mit solch hohem Aufwand erarbeitet, aber zu sehen, wie motiviert und dankbar eure Kinder alle bei der Sache sind, machen das Ganze lohnenswert. Und da ist es egal, ob man eine Box mit Würfeln, ein paar Zettel und Stifte parat hat, um gefühlt stundenlang BankoBanko mit denen zu spielen, die aus organisatorischen Gründen erst heute Abend in die Escape Rooms können. Oder ob man eine Kiste voller Kleinspiele dabei hat, aus denen man einen „Lottoabend“ für Regenwetter und Kidie Gruppe zaubert. Immer zwei der Kinder spielen gegeneinander und die anderen müssen tippen, wer von beiden wohl gewinnt. Da geht es um Faden einfädeln, Tischtennisbälle pusten, Puzzle puzzeln, balancieren, Zeit schätzen, Wattepusten und all solche Dinge. Mal geht es um Kraft, mal um Schnelligkeit, mal um Geschicklichkeit. Und glaubt mir, es ist gar nicht so einfach, abzuschätzen, wer wohl gewinnt, wenn man nicht weiß, welches Spiel die zwei denn gleich gegeneinander spielen müssen.

Eigentlich wären wir heut Nachmittag gerne mit den Kidies an den Strand gegangen, um dort Sandskulpturen zu bauen, aber leider hat das Wetter uns einen Strich durch die Planung gemacht. Egal – wir nehmen jeden Tag so, wie er kommt und planen auch schon mal innerhalb von 10 Minuten unser Programm um. Wenn dann später im Abendprogramm die Pubi Gruppen untereinander wechseln, sprich die Würfler gehen in die Escape Rooms und die Escape Room Gruppen spielen BankoBanko, werden die Kinder bei gutem Wetter vielleicht noch den Ausflug zum Strand nachholen. Bei schlechtem Wetter werden wir uns wieder etwas Anderes einfallen lassen. Was das dann war, werdet ihr morgen lesen können.


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