Geschafft

Von Roland Armbröster am Mittwoch, 17.07.2019 um 23:58 Uhr, in der Kategorie Aktuell, Inselfreizeit, Tagebuch, W'rooge AKTUELL.

Die Umstellung von Herbstfreizeit auf Sommererholung ist uns heute etwa zwischen 13 und 14 Uhr gelungen. Heute in der Frühe hatte sich schon ein wärmeres Lüftchen als in den vergangenen Tagen verbreitet. Und als wir dann beschlossen hatten, das mittwöchliche Lunchpaket gemeinsam draußen vor dem Haus auf den Bänken zu uns zu nehmen, gab es den großen Entscheidungskampf – zunächst zogen noch Wolken über den Himmel und es folgten sogar ein paar fieselige Regentropfen – dann aber setzte sich mehr und mehr die Sonne durch, vertrieb die letzten Wolken und trocknete auch den letzten und kleinsten Regentropfen! Und als wir gegen 14 Uhr mit unserem Tagesgeländespiel anfingen, wurde es sogar richtig warm. Ja, so warm sogar, dass überall plötzlich Jacken und Pullover abgelegt wurden und die kleinste Spielpause dazu genutzt wurde, sich schnell von Jeans in kurze Hosen und von dicken Turnschuhen in Flipflops oder ähnliches zu kleiden. Ob es an dem wirklich tollen und abwechslungsreichen Spiel lag, dass die Stimmung ähnlich wie das Thermometer schlagartig anstieg, oder tatsächlich an der Sonne, kann ich wirklich nicht sagen. Auf jeden Fall waren eure Kinder mit Eifer dabei, für ihr jeweiliges Land Häuser zu bauen, Glaubenssteine zu drehen, Rohstoffe zu sammeln, Waren zu tauschen und Siegespunkte zu ergattern. Grundlage hierfür war das Buch „Das Fundament der Ewigkeit“, ein Roman, der einen Teil der Glaubenskriege zwischen Katholiken und Protestanten im 16 Jahrhundert beschreibt. Jeder kämpft für sich und seinen Glauben, versucht das eigene Land dem eigenen Glauben zuzuschreiben und vor allem die unterlegenen Andersgläubigen dann von hier zu vertreiben. Die Tagesgeländespiele sind immer etwas aufwändiger gestaltet, und mit einer Geschichte im Hintergrund, lassen sie sich den Kindern auch immer besser nahebringen. In den letzten Jahren waren es die Vorgängerromane „Die Säulen der Erde“ und „Die Tore der Welt“. Auch hier war das Prinzip ähnlich – Rohstoffe, Handel, Bauen, gegen andere antreten. Man muss sich als Team absprechen und sich Strategien überlegen, miteinander an einem Ergebnis arbeiten und zudem auch noch in Großspielen, diesmal waren es die jeweiligen ausgelösten Glaubenskriege, miteinander gegen die anderen stark sein. Wenn die Glaubenskriege damals auch mit Groß-Sack-Hüpfen, Wassertransport, Wattebauschtransport und Ballonrennen ausgetragen worden wären, wäre das Ganze wohl glimpflicher abgelaufen. Wirklich schön ist, dass bei solchen Spielen letztendlich immer das gemeinsame Endergebnis zählt und nicht die einzelnen Punkte der einzelnen Gruppen.

Wie gut, dass wir im realen Leben keine Glaubenskämpfe austragen müssen, sondern so unseren Glauben leben und weitergeben dürfen, wie wir es möchten. Unser Thema der „Träume“ beschäftigte uns heute damit, was andere für uns träumen, wie andere sich unsere Zukunft vorstellen und was andere sich für uns wünschen. Die Pubis hatten hierzu die Möglichkeit, sich in stillen Gesprächen zu drei verschiedenen Fragen auszutauschen. Die Kleinen hingegen durften selbst etwas weitergeben – gute Wünsche. Sie tauschten sich zunächst über gute Wünsche für andere aus und haben diese dann aufgeschrieben und an Touristen und Passanten in der Wangerooger Fußgängerzone verschenkt. Es ist wirklich schön, wenn die Kinder sich hier überwinden und fremde Leute ansprechen, lernen, wie man sich nett und höflich vorstellt und anderen etwas geben darf. Auch die unterschiedlichen Reaktionen der Beschenkten gingen von „was möchtet ihr denn jetzt dafür haben?“ bis hin zu einem wirklich netten jungen Surfer der meinte „Hey – in unserer Surfschule haben wir eine Pinnwand, da hängen wir alles Mögliche dran. Da hänge ich das gleich dazu!“ Und unsere Kinder waren wirklich stolz und haben allen anderen von diesen Erlebnissen berichtet. Als biblischen Hintergrund gab es dann noch die Geschichte von Mose, der von Gott durch den brennenden Dornbusch als Retter und Befreier nach Ägypten geschickt wurde. Und wir durften an seinen Gedanken und Zweifeln teilhaben und auch seine letztendliche Entscheidung, den Auftrag Gottes anzunehmen, nachvollziehen. So wurde aus dem, was Gott für ihn träumte und wollte dann doch das, was Mose selbst wollte.


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