Disneys König der Kamele

Von Roland Armbröster am Dienstag, 16.07.2019 um 22:38 Uhr, in der Kategorie Aktuell, Inselfreizeit, Tagebuch, W'rooge AKTUELL.

Überall läuft grad der König der Löwen von Disney in den Kinos an, hier bei uns scheint es wirklich eher der König der Kamele zu sein. Während die Kinder den kalten, wolkigen und ungemütlichen Abend im eigens dafür hergerichteten Disney – Spielpalast im Bielefelder Haus verbringen, vergnügen die Pubis sich mit einem Teil der Mitarbeiter beim Kamelrennen. Ja, richtig gelesen, wir haben eigens hierfür einen ganzen Container Kamele mitgebracht. Hier gilt es nun, das eigene Kamel mit Hilfe von gewonnenen Kleinspielen Feld für Feld weiter zu bewegen und somit das Rennen für sich und die geliebte Karawane zu gewinnen. Und wie schnell sich ein stinknormaler Speisesaal mit ein paar Handgriffen und fantasievollen Kostümen der Wüstenbewohner in eine Oase der Wüste verwandeln lässt, das hättet ihr mal miterleben sollen. Sagt mal euren Kindern, sie sollen sich innerhalb der nächsten Minuten ein Kostüm ausdenken, welches sie deutlich als Wüstenbewohner und Kameltreiber erkennen lässt. Handtücher wurden zu kunstvollen Turbanen gebunden, Regenjacken dienen um die Hüften gewickelt als Gewand, kostbare Kaftane aus Badelaken und einfacher Blumenschmuck im Haar – eure Kinder sind wirklich für jeden Spaß zu haben. Eingeteilt in „Familien“ bestreiten sie nun dieses Rennen – immer dabei haben sie ihr „Familienwappen“, welches sie auf besondere Weise mit der Familie verbindet. Einfach nur in Gruppen einteilen wäre doch auch langweilig, oder? Jede Familie hat sich zu ihrem Wappen auch noch eine eigene Geschichte spontan ausgedacht, und das ist gar nicht so einfach. Oder kämt ihr auf die Idee, aus einer einfachen Müllzange, die euch als Wappen zur Verfügung gestellt wird, eine Kraulhilfe für Krauli zu machen, euer größtes Kamel, welches sich so gerne kraulen lässt, aber ihr seid alle einfach zu klein, um überall dran zu kommen. Ja – so läuft das hier bei uns. Und während die Karawanen jetzt versuchen, das Rennen für sich zu entscheiden, müssen sie beispielsweise ihren Sperrmüll von der langen Reise auf der letzten noch verbliebenen Wasserflasche stapeln – genauer gesagt sind es Streichhölzer, die nach und nach auf eben dieser Flasche platziert werden, aber wie gesagt – Fantasie… und habt ihr schon mal einen Stapel von 42( in Worten zweiundvierzig!!!)  Streichhölzern auf einem Flaschenhals gesehen?

Bei den Kindern geht es da etwas realer zu, wobei man das bei Fragen und Aufgaben zu Filmen und Figuren rund um das Disney und Pixar Universum wohl auch kaum so ausdrücken kann. Aber es ist schon erstaunlich, wie breit gefächert das Wissen der Kinder aufgestellt ist. Es reicht vom Dschungelbuch von 1967 über Aristocats von 1970 bis hin zu den neuesten Errungenschaften wie den Minions aus den letzten Jahren. Wer in welchem Film welches Lied gesungen hat oder welcher Bösewicht mit welchem Zauber einen bestimmten Helden bedrohte oder welche Haarfarbe die dritte Meerjungfrau von links hatte – hier werden wirklich alle erdenklichen Fragen auf den Tisch gebracht und – wie gesagt – sogar beantwortet. Bei „Drinnen-Spielen“ ist es gar nicht immer so einfach, die Stimmung der Teilnehmer trotz räumlicher Enge und eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten dennoch hoch zu halten – aber irgendwie gelingt es uns Teamern doch immer wieder.

Eigentlich sollte heute Spiel und Sport am Strand stattfinden, aber heute in der Frühe waren wir von verschiedensten kleinen Nieselschauern und viel Wind geplagt, also schoben wir es auf heute Abend. Da die Aussicht auf Wetter – Besserung jedoch nicht wirklich gegeben war, wurde dann halt noch einmal der Plan geändert und oben beschriebenes Programm aus dem Ärmel gezaubert. Und in der Frühe haben wir einfach die Spielangebote vom gestrigen Vormittag für die Gruppen getauscht, das heißt die Kinder durften ihr Geschick beim Schmuggeln von Geheimbotschaften an der Polizei vorbei beweisen und die Pubis ihr Teamfähigkeit bei verschiedensten Aufgaben testen. So musste beispielsweise ein Jenga Turm von dem jeweiligen Kleinteam aufgebaut werden. Einfach? Denkt ihr, aber wenn jeder aus dem Team dabei die Augen verbunden hat, gestaltet es sich schon schwieriger, denn man muss miteinander reden, sich abstimmen und sich auf die anderen verlassen können. Oder einen Parcour als Gruppe bezwingen und hierbei auf jeden achten und Rücksicht nehmen. „Where is my Chicken“ darf gar nicht fehlen und auch heute gab es Spione, Zeichner und Konstrukteure, die vom Model zum eigenen Konstrukt gemeinsam kommen mussten. Es ist gut, wenn die Kinder sich schon in den ersten Tagen aufeinander verlassen müssen können, und die Auswirkungen des Ganzen sieht man dann an solchen Aktionen, wie bei den Pubis heute Abend – wir machen alles mit und sind für nichts zu cool.

Für uns alle laufen diese ersten Tage nicht wie gewohnt ab. Ich hatte ja bereits erwähnt, dass wir nicht jeden Tag am Vormittag in die Kirche können, und somit war es auch heute erst halb vier, als sich alle auf den Weg zur Inselkirche gemacht haben. Vorher hatten wir uns eine echte Mittagspause gegönnt, die tatsächlich auch der eine oder andere genutzt und sich hingelegt hat. Oder einen ausgiebigen ersten Dorfbummel unternommen. In unserer Gospeltime ging es dann heute um eine Figur, die jeder von uns und euch kennt, und die nicht fehlen darf, wenn es um das Thema Träume geht – der Sandmann. Schön, wie Klein und Groß auf den alten Bekannte reagiert haben und von ihren eigenen Erinnerungen und Kindheitsträumen erzählen konnten. Es ging um Ängste und Träume, um Wünsche und Vorstellungen, wer wollte durfte etwas von sich preisgeben oder aber nur für sich auf einer Karte Gedanken und Erinnerungen festhalten. Rituale und Schutz bei Eltern waren Thema und letztendlich noch die Formulierung von neuen Wünschen und Träumen für die kommende Zeit. Nicht immer müssen Themen mit anderen diskutiert werden, nicht immer muss alles eine biblische Geschichte als Grundlage haben. Seine eigenen Gedanken zuzulassen und auch mal zu formulieren oder in ein Bild zu packen, ist für jeden der Teilnehmer und auch Teamer eine gute Übung.


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