Prime Time

Von Roland Armbröster am Montag, 15.07.2019 um 22:19 Uhr, in der Kategorie Aktuell, Inselfreizeit, Tagebuch, W'rooge AKTUELL.

Spaß haben wir hier alle, nicht nur die Kinder. Heute früh ging es bereits für die Pubis rund um das Bielefelder Haus und die angrenzenden Rad- und Wanderwege darum, Geheimbotschaften zu schmuggeln, sich gegenseitig diese abzuluchsen oder sich gar zu fangen und in das imaginäre Gefängnis zu bringen. Dort gehören Schmuggler schließlich hin. Natürlich gibt es auch immer wieder Verbündete, die einen von dort wieder befreien können, so dass wirklich alle beteiligt waren und nicht bereits nach fünf Minuten für den Rest des Spiels im Gefängnis sitzen mussten. Die Kiddies erprobten sich selbst und ihren Zusammenhalt derweil in Teamspielen. Gemeinsam einen an Bändern festgebundenen Ring über eine Flasche zu stecken, wurde ja bereits in den vergangenen Jahren mehr oder weniger erfolgreich des Öfteren geschafft. Aber innerhalb eines Teams Informationen, die jeweils nur zwei oder drei des Teams bekommen, so weiter zu geben, dass alle sie verstehen und am Ende das passende, richtige Ergebnis herauskommt, ist gar nicht so einfach. Stellt euch vor, zwei von euch bekämen die Möglichkeit, ein entsprechend vorbereitetes Konstrukt aus einem Plastikbecher, drei Streichhölzern, einem Luftballon, zwei Wäscheklammern, einem Bierdeckel, einem Strohhalm und Tesafilm zwei anderen so zu beschreiben, dass diese es anschließend ohne weitere Erläuterungen in eine Zeichnung umsetzen können. Diese Zeichnung wiederum wird dann an zwei weitergereicht, die nun, ebenfalls ohne weitere Erläuterungen, diese Zeichnung in eine entsprechende Konstruktion umsetzen müssen. Dem anschließenden Vergleich mit der ursprünglichen Konstruktion hielten tatsächlich alle Ergebnisse stand. Dies spricht dafür, dass eure Kinder nicht nur in der Lage sind, Anweisungen und Beschreibungen entsprechend umzusetzen, sondern dass sie im Team arbeiten können. Und dies ist für eine so lange Zeit, die wir hier miteinander verbringen wollen, gar nicht so unwichtig.

20:15 Uhr – während ihr alle daheim euch mit den alten neuen Folgen der Big Bang Theory vergnügt, in Erinnerungen schwelgt mit Eddie Murphy als Axel Foley, mit dem Bauern seine Frau sucht oder 20000 Meilen unter dem Meer das Abenteuer findet, erkunden unsere Teamer mit euren Kindern das Dorf und die Insel. Eingemummelt in dicke, warme Pullover und Jacken werden sämtliche Straßen und Wege unsicher gemacht. Allerdings nicht einfach nur mit Stadtplan, Fotos und Fragen, sondern es gibt ja immer wieder etwas Neues. Kennt ihr die APP „what3words“? In dieser ist jeder nur erdenkliche Standort mit drei Wörtern gekennzeichnet. Das Bielefelder Haus beispielsweise heißt „abende.flache.nachts“… klingt komisch, ist aber so. Oder die Kirche in Wiedenest „adlerauge.greift.waldgebieten“. Wenn man sich nun die Mühe macht, Rätsel so zu stellen, dass deren Lösungen bestimmte Wortkombinationen ergeben, kann man die Spielenden so durch das ganze Dorf schicken, denn jede Wortkombination ergibt ja wiederum einen neuen Standort. Und an dem neuen Standort muss dann wieder das nächste Rätsel gesucht, gefunden und gelöst werden, um sich im Spielgebiet nach und nach weiter voran zu bewegen. Schnitzeljagd multimedial, würde ich mal sagen. Wie soll denn das gehen? Da doch momentan gar keine Handy Zeit für eure Kinder ist, fragt ihr euch? Kein Problem, deshalb ist ja in jeder Gruppe mindestens ein Teamer, der dieses Spiel mit den Kindern gemeinsam löst, denn auch wir wissen die Lösungen natürlich nicht im Vorfeld. Dann würde das Spiel ja gar keinen Spaß machen.

Die alten Hasen unter euch wundern sich jetzt sicher, dass wir heute früh Spieleprogramm mit den Kindern gemacht haben und nicht in der Kirche waren. Tja, dies ist leider einer Doppelbelegung der Kirche auf Grund schlechter inselinterner Organisation zu verdanken. Wir können in dieser Woche wahrscheinlich immer erst nachmittags in die Kirche für unsere Gospeltime. Aber ob Regen oder Sturm oder Doppelbelegung oder übermäßige Hitze – wir passen einfach unser Programm und unseren Tagesablauf den jeweiligen Gegebenheiten an. Von sowas lassen wir uns doch nicht abhalten… Unsere diesjährige Gospeltime Reihe dreht sich rund um das Thema „Träume“. „Meer träumen“ steht deshalb nicht nur auf unseren T -Shirts, die alle, die eines bestellt haben, noch bekommen werden, sondern auch auf den von den Wiederholungstätern unter den Teilnehmern ungeduldig erwarteten Armbändern. „Wann bekommen wir denn die Armbänder?“ wurden wir mehr als einmal gefragt. Ob es überhaupt welche geben würde, stand bei den Teilnehmern scheinbar gar nicht zur Diskussion. Stolz wurden sie im vergangenen Jahr, auch über die Freizeit hinaus, getragen und gezeigt, traurig war manch einer, dass er sie für den Sport für immer abschneiden musste. Einige jedoch tragen es noch bis heute – ich auch. Und jetzt gibt es tatsächlich ein Neues – mit dem gleichen Motiv, welches auch auf den Shirts ist. Mut zum Träumen, Mut, nicht unbedingt einem Ideal nachzujagen, Träume akzeptieren, Träume zulassen, aus ihnen das Beste zu machen und sie vielleicht auch für andere verständlich zu machen, war heute das Thema. Der Träumer der Bibel – Joseph – begleitete uns heute durch Anspiele und Gespräche, war Auslöser für Diskussionen und stille Gespräche zum Fragen rund um das Thema. Auch auf der Freizeit braucht es für den einen oder anderen Mut. Mut, sich neuen Situationen zu stellen, Mut, die eigenen Ängste und Vorstellungen zu akzeptieren, Mut, sich auch noch unbekannten Teilnehmern und nicht nur den besten Freunden so zu zeigen, wie man wirklich ist. Dann kann jeder hier so sein, wie er möchte und dennoch die Zeit miteinander genießen.


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