Wandelbar aber einzigartig

Von Roland Armbröster am Freitag, 27.07.2018 um 08:03 Uhr, in der Kategorie Inselfreizeit, Tagebuch, W'rooge AKTUELL.

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Es gibt ja ein Tier, welches beides in sich vereint, es ist in seiner Wandelbarkeit so einzigartig, dass es für unser heutiges „c“ perfekt passt – das Chamäleon. Es hat sich seinen Lebensbedingungen ideal angepasst, wie eigentlich alle Tiere es für ihr jeweiliges Lebensumfeld haben, und sollte Gefahr drohen oder der gewohnte Bereich verlassen werden, ändert es die Farbe seiner Haut und passt sie der Umgebung an. Genau wie wir, oder? Wir Menschen sind nun wirklich nicht perfekt auf unser Lebensumfeld angepasst, wir versuchen vielmehr, dieses immer mehr uns anzupassen und gefügig zu machen. Aber wenn wir in eine fremde Umgebung kommen, dann verändern auch wir uns häufig. Wir passen uns an, wir wollen meist nicht auffallen. In fremden Urlaubsländern beispielsweise sollte man dies auf jeden Fall tun, zumal es stellenweise ja auch andere Gesetze gibt. Auch der Respekt vor anderen Lebensweisen erwartet es eigentlich, dass wir uns anpassen. Und im Alltag? Wo müssen eure Kinder sich anpassen und verstellen, wo dürfen sie nicht sie selbst sein? Wo müssen sie all ihre Eigenarten soweit unterdrücken, dass sie nicht unangenehm auffallen? Und wie fühlen sie sich dabei? Im Austausch miteinander konnten sie mehrere Situationen durchsprechen und sich so auch selbst mal hinterfragen, wo fühle ich mich eigentlich frei und wo muss ich mich so anpassen, dass es mir vielleicht sogar unangenehm ist, oder aber dass ich es im Alltag gar nicht merke, weil es so normal ist und zum geregelten Umgang miteinander einfach dazu gehört?

Hier auf der Freizeit gibt es selbstverständlich auch Regeln für das Miteinander, sonst würde es nicht funktionieren. Jeder von uns ist anders, jeder ist einzigartICH, und gerade deshalb müssen wir uns einander anpassen und respektvoll mit der Andersartigkeit des anderen umgehen. Vom Einzelkind zur Großfamilie für 15 Tage, vom Stubenhocker zum immer-draußen-Spieler, vom Ich-Menschen zum und-wie –geht-es-dir-Frager, vom Kirchenmuffel zum Gospeltime-Genießer. Ich finde es immer wieder faszinierend, eure Kinder hier kennenlernen zu dürfen, manche sogar aufwachsen zu sehen, wie sie ihren Platz in der Gruppe finden, wie sie als Gruppe als Einheit auftreten, welchen Eindruck sie immer wieder hier im Dorf und bei den Hausangestellten hinterlassen, wie immer wieder das WIR und nicht das ICH im Vordergrund steht. Heute durften wir nochmal den Strand genießen. Zwar mit wenig Wasser, das ist ähnlich wie gestern nachmittags kurz vor Helgoland erst zu erreichen, zudem tummeln sich mehr als drei Feuer- und andere Quallen bei den Temperaturen gerne an der Wasserkante, aber dennoch mit viel Spaß, Gebuddel, Spiel und Sport. Und danach mit viel Sand in den Handtüchern, massenhaft nassen Sachen auf den Leinen und Dauerduschbetrieb. Übrigens ist es in diesem Jahr zum ersten Mal so, dass sich nicht Berge von liegengebliebenen Klamotten und Handtüchern auf dem Flur stapeln. Die werden tatsächlich immer wieder von der Leine abgenommen, wenn sie trocken sind, und zurück in das eigene Zimmer gebracht. Klingt komisch, ist aber so. Ist schon auffallend für uns, wenn wir nicht jeden Tag wieder und wieder verwaiste Sachen hochhalten müssen. Auch das ist sicher auf das dauerhaft schöne Wetter zurückzuführen, dnn wir mussten nicht einmal wegen drohendem Regen oder Sturm Wäsche abnehmen und in den Flur legen, wo es dann immer komischerweise niemandem gehört. Alles in allem ein sehr entspannter Tagesablauf hier immer wieder.

Für heute Abend gab es für eure Kinder ein Wahlprogramm. Nein – wir haben nicht den Mister Freizeit 2018 gekürt, da hätten die Kids eh keine Chance gegen unsere Mitarbeiter. Sie durften wählen, welches Programm sie heute gerne machen würden. Im den Tagesräumen standen noch immer die aufgebauten Escape Rooms zu Verfügung, da nicht alle Gruppen neulich alle Räume geschafft hatten. Zudem gab es eine Kreativwerkstatt mit Malen, Basteln, Fotoalben falten, Freundschaftsbändern knüpfen, Filzen und allem, was man sonst noch aus den angebotenen Materialien machen konnte, und einige übten sich im gerade total angesagten Handlettering – früher nannten wir es Schönschrift oder Kalligraphie. Es wurde Tanzen geübt für den Abschlussabend und es gab eine angebotene Wanderung Richtung Osten oder Westen, je nach Wunsch der Kinder. Letztendlich war es nur ein Spaziergang Richtung Dorf mit einem Eis auf der Promenade und dem abschließenden Sonnenuntergang auf unserer Aussichtsdüne, aber egal – Hauptsache Spaß. Auf dem Sportplatz am Haus wurde ausgiebig Hockey gespielt und im Speisesaal, der heutige Kreativwerkstatt, liefen die Bilder vom Crazy Picture in Dauerschleife. Ein wunderbarer, entspannter Abend, den die eine oder andere Zimmergruppe auf der Aussichtsdüne zum Sterne- und Schiffegucken ausklingen ließ, oder aber noch einen kleinen Gang ins Dorf unternahmen, um ein Eis in der Dämmerung zu essen. Und ann aber schnell ins Bett, denn wir Teamer wollten ja noch unseren gemeinsamen Abend genießen. Einmal auf der Freizeit gönnen wir uns einen Abend, an dem alles, was nach Arbeit aussieht, vom Tisch verschwindet, stattdessen stehen dort frische Baguette, Schinkenplatten, Käsewürfel mit Erdbeeren, Dips, Würschen, Antipasti, Weintrauben und ähnliches. Diesen Abend gönnen wir uns, weil auch wir unsere Gemeinschaft genießen, den anderen schätzen mit seinen Gaben, respektieren mit seinen Eigenarten und uns wirklich gern haben. Außerdem galt es noch, in Vanessas Geburtstag rein  zu feiern, denn auch das ist immer etwas Besonderes auf der Freizeit. Heute hatte Paul Geburtstag und vergangene Woche Lina und am kommenden Sonntag Justus – wir kommen also aus dem Feiern quasi gar nicht mehr raus. Aber jetzt schauen wir erst Mal auf die letzten Tage und auf die große Feier, die noch ansteht – unseren Abschlussabend. Denn ausgerechnet für Samstag haben sie hier für uns – nach zwei Wochen Sonne pur – Regen und Gewitter angesagt. Für eine Open Air Veranstaltung wie unseren Abend keine gute Voraussetzung. Mal schauen, wie sich das lösen lässt.

Bericht von Inke Armbröster

 

ZU DEN FOTOS

Hinweis zu unseren Fotos: Es gibt in diesem Jahr nur ein Fotoalbum. Es ist leider nicht in die jeweiligen Tage zu unterteilen. Deshalb werden die jeweils neusten Freizeitfotos vorgeordnet angezeigt und die älteren Fotos rücken dann in der Übersicht weiter nach hinten. Eine andere Lösung ist derzeit nicht möglich! Die Fotos werden daher stetig ergänzt!


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