Nur nicht aufgeben…

Von Roland Armbröster am Donnerstag, 01.08.2013 um 17:08 Uhr, in der Kategorie Tagebuch, W'rooge AKTUELL.

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So könnte unser Motto der vergangenen drei Tage lauten. Nach den zwei bereits erwähnten Fehlversuchen, den Strand trockenen Fußes zu erreichen, oder wenigstens ein halbes Stündchen dort verbringen zu können, schien heute bereits am frühen Morgen alles darauf hin zu deuten, dass es diesmal klappen sollte. Ein schöner, chilliger Nachmittag am Strand, leichter Wind, gute Laune, Wellen, Schwimmen, Buddeln, Spielen, Flirten, Quatschen – für jeden was dabei! Ruhe und Entspannung für den, der es braucht, Action und Bewegung für alle, die noch Energie haben.

Denn dass jeder von uns anders ist, andere Bedürfnisse hat, andere Fähigkeiten, anders auf Menschen zugeht, anders mit Menschen umgeht, war unter anderem Thema unserer heutigen Gospeltime. Unsere Beziehung zu anderen stand im Blickpunkt, wie sehen die mich eigentlich, was schätzen die an mir? Wie trete ich anderen entgegen? Was sehe ich positives in ihnen, was bewundere ich vielleicht sogar an ihnen. Den anderen genauer betrachten, den anderen schätzen, so wie auch ich von anderen vorurteilsfrei angenommen werden möchte. „Ich bin Ich“ das ist ganz wichtig, so wie ich bin bin ich besonders und so wie ich bin, bin ich gut. Aber auch „Du bist Du“ darf ich nicht aus den Augen verlieren, denn jeder möchte sich und seine Bedürfnisse bedacht haben.

Dies ist allerdings ein Thema, mit dem sich nicht nur die Teilnehmer beschäftigen. Auch wir Mitarbeiter setzen uns hier im Laufe der vergangenen zwei Wochen immer wieder mit bestimmten „Beziehungsproblemen“ der Kinder auseinander. Wie gehe ich eigentlich mit dem anderen um?
Ist es selbstverständlich, dass ich jederzeit in ein mir fremdes Zimmer spazieren darf und mir nehmen was ich brauche? Wenn da doch Bonbons liegen, kann ich doch zugreifen!
Und wenn ich jemanden nicht besonders mag, dann darf ich doch einfach mal Sachen von demjenigen verstecken, oder? Vielleicht sogar einfach in den Müll werfen. Oder mal schnell die Augen verdrehen und „Ohhhh“ stöhnen, wenn ein nicht-bester-Freund zu meiner Spielgruppe gehört.

Viele dieser kleineren und größeren Auseinandersetzungen sind ja wirklich harmlos und schnell mit ein paar guten Worten aus der Welt geschafft. Aber andere beschäftigen uns auch schon mal über Tage und fordern wirklich schon viel Einfühl-ungsvermögen, Kraft und vor allem Geduld von uns Mitarbeitern. Wir wollten das in diesem Jahr einfach mal nicht unerwähnt lassen, denn wo 90 Menschen Tag täglich miteinander zu tun haben, gibt es nicht immer nur Jubel-Trubel-Heiterkeit, wie es die Tagebucheinträge manchmal vermitteln.

Doch nun zu etwas völlig anderem – Auf der Suche nach einem passenden Zeltplatz für ein Jugendlager gerät ein Trupp des städtischen Jugendamtes auf die wunder-schöne Nordseeinsel Wangerooge. Schnell ist ein wunderschöner Zeltplatz direkt hinter dem Deich gefunden. Allerdings scheint niemand zu wissen, wem dieser Platz gehört und ob er zu kaufen ist und zu welchem Preis. Das Geld liegt auf der Wangerooge – Bank bereit, allerdings ist es nicht so einfach, daran zu kommen. Viele verschiedene Stationen müssen gefunden und befragt werden, viele geforderte Papiere besorgt werden und dies alles, bevor jemand anders den begehrten Platz wegschnappt. Der Pastor ist der Eigentümer des Zeltplatzes.
Die Info gibt es jedoch nur auf direkte Nachfrage. Dem Verkauf zustimmen muss der Bischof. Allerdings hat dieser seine Bibel verlegt und braucht Ersatz. Und Messwein. Diesen verkauft der Getränkehändler. Auch der ortsansässige Wirt bestellt hier seine Getränke. Die müssen jedoch transportiert werden. Zudem lässt er sich nicht mit großen Scheinen bezahlen, sondern das Geld muss in der Bank gewechselt werden. Der Goldschmied poliert den Kelch für den Messwein des Bischofs, die Bäckerei benötigt dringend einen Brief von der Post, beim Arbeitsamt kann man Geld verdienen, im Tante Emma Laden bekommt man ein Kartenspiel geschenkt und die Bank zahlt 50.000 $ als Scheck an die Gruppen, wenn eine bestimmte Quittung erbracht wird. Zudem treibt ein Dieb sein Unwesen, der den Gruppen unterwegs Geld abknöpft,
aber auch von der Polizei gesucht wird.
Klingt kompliziert? Mit viel Fragen und Geschick sind die unentwirrbar scheinenden Aufgaben aber zu lösen und tatsächlich gelingt es einer der Gruppen, zwei Minuten vor Spielende alle Verknüpfungen zu erkennen und zu lösen und den begehrten Zeltplatz vom Bischof zu kaufen!

Da kann man den Abend doch ganz entspannt mit einer gemütlichen Quackelei und einer ausgiebigen Wund- und Stichversorgung auf allen Fluren ausklingen lassen. Allen Daheimgebliebenen eine erholsame gute Nacht! Und uns auch!


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